Lexikon: Schlafstörungen

  • Schwankungen der Körperfunktionen (z. B. Körpertemperatur, Schlaf) in bestimmten Zeitabständen (Tag, Monat), die durch äußere (Licht) oder innere (hormonelle) Faktoren gesteuert werden und unter dem Einfluss des Zwischenhirns stehen.
  • Die Elektroenzephalografie ist ein Verfahren zur Messung der Hirnaktivität mittels Darstellung der Hirnströme. Das Elektroenzephalogramm ist die grafische Darstellung dieser Hirnströme. Das EEG ist eine relativ kostengünstige, mit wenig Aufwand verbundene Untersuchungsmethode und damit ein Standardinstrument in der Neurologie.
  • die Zeit, die bis zum Einschlafen vergeht.
  • Aktionsströme im Muskelgewebe werden gemessen und aufgezeichnet. Dadurch lässt sich der Muskeltonus des Muskelgewebes bestimmen. Im Schlaflabor wird das EMG zusammen mit EEG und EOG zur Aufzeichnung der Schlafphasen eingesetzt.
  • Augenbewegungen werden mittels Elektroden aufgezeichnet.
  • Schlafstörungen mit verstärkter Tagesmüdigkeit bei eigentlich ausreichender Schlafdauer. Es kommt zu ungewolltem Einnicken während des Tages und Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Beispiel für eine Hypersomnie ist die Schlafapnoe.
  • Schlafmittel
  • Schlaflosigkeit, die auf Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen basiert.
  • Verschiebung des Schlafrhythmus nach langen, über mehrere Zeitzonen reichenden Flugreisen. Gewöhnlich dauert es einige Tage, bis der normale Rhythmus wieder hergestellt ist.
  • Schlafphasen, die nicht mit raschen Augenbewegungen und Träumen einhergehen.
  • Auffälligkeiten während des Schlafes wie Schlafwandeln oder Sprechen sowie plötzliches schreckhaftes nächtliches Aufwachen (Pavor nocturnus).
  • Untersuchung im Schlaflabor, die sich aus EEG, EOG und EMG zusammensetzt. Sie kann mit einer Aufzeichnung von Atemfrequenz und EKG verbunden sein. Damit wird der Schlaf genau analysiert. Schlafmediziner setzen die PSG z. B. ein, um ein Schlafapnoe-Syndrom zu diagnostizieren.
  • Entspannungstechnik, die der US-amerikanische Physiologe und Psychologe Edmund Jacobson entwickelt hat. Einzelne Muskelgruppen werden willentlich angespannt und danach wieder entspannt. Dadurch stellt sich nach einiger Übung eine tiefe Entspannung ein, die sich immer schneller bewusst herstellen lässt.
  • Die sogenannte Rebound-Insomnie tritt auf, wenn ein stärker wirksames Schlafmittel (z. B. Benzodiazepine) abrupt abgesetzt wird; es tritt dann der gegenteilige Effekt auf, also eine stärkere Schlafstörung.
  • Schlafphase, die durch schnelle Bewegungen der Augen (Rapid Eye Movements) gekennzeichnet ist. Die genaue Bedeutung ist derzeit nicht geklärt. Wahrscheinlich träumen Menschen in dieser Phase intensiv.
  • Das Krankheitsbild kann Begleitsymptome einer Schwangerschaft, Anämie und einer Niereninsuffizienz sein. Frauen mit mehreren Kindern sind häufiger betroffen als kinderlose Frauen oder Männer. Beim Einschlafen, aber auch schon tagsüber kommt es zu quälenden Missempfindungen in den Beinen, die mit dem Bedürfnis einhergehen, die Beine zu bewegen.
  • Anfallsweises Auftreten von länger als zehn Sekunden andauernden Atemstillständen vor allem während des Non-REM-Schlafs. Dadurch entsteht im Körper eine Unterversorgung mit Sauerstoff. Der Schlaf ist beeinträchtigt, Tagesmüdigkeit die Folge.
  • Anteil der einzelnen Schlafphasen - wie Tiefschlaf- und REM-Phase - am gesamten Schlaf. Sie verändert sich im Laufe des Lebens, mit zunehmendem Alter reduziert sich der Tiefschlaf.
  • Im Schlaflabor eines schlafmedizinischen Zentrums kann ein Patient mithilfe der Polysomnographie (PSG) auf bestimmte Schlafstörungen wie die Schlafapnoe untersucht werden. Der Patient verbringt in der Regel zwei bis drei Nächte im Schlaflabor.
  • Im Schlaf findet ein rhythmischer Ablauf von fünf Schlafphasen statt wie der REM-Phase, der Leichtschlaf- und der Tiefschlaf-Phase.
  • Methode der Verhaltenstherapie, bei der die Schlafdauer zunächst eingeschränkt und dann wieder schrittweise erhöht wird.
  • Zu den modernen, relativ nebenwirkungsarmen Schlafmedikamenten zählen die Z-Präparate, die z.B. Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon heißen. Auch Antidepressiva und Neuroleptika werden verordnet, nicht mehr dagegen Barbiturate und Benzodiazepine. Häufig nehmen Patienten auch die frei verkäuflichen Antihistaminika, doch sie sind wegen ihrer Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Pflanzliche Präparate wie Baldrian und Johanniskraut sind einen Versuch wert.
  • Zur genauen Diagnostik einer Schlafstörung ist ein Schlaftagebuch empfehlenswert, in dem der Patient jeden Tag morgens und abends den Ablauf der Nacht, Aufwachhäufigkeit, Einschlaflatenz oder Tagesmüdigkeit einträgt.
  • Methode der Verhaltenstherapie, durch die der Patient lernt, dass das Bett nur zum Schlafen da ist und nicht für andere Tätigkeiten wie Lesen, Fernsehen etc.
  • Im Tiefschlaf regeneriert sich der Mensch besonders intensiv. Während des ersten Teil des Schlafes sind die Tiefschlafphasen besonders lang, gegen Morgen nehmen sie ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.08.2012
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizin-Journalistin, Charité Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Ingo Fietze, Thea Herold, Der Schlafquotient, Hoffmann und Campe, Hamburg 2006
  • Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27: Schlafstörungen, Berlin 2005
  • Interview mit Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
  • Interview mit Psychologin Sandra Zimmermann vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité
  • Interview mit Dr. Peter Geisler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universitätsklinik Regensburg
  • Interview mit Michael Maar, Atemtherapeut im Ilse-Middendorf-Institut in Berlin
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