Formen von Schlafstörungen: Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) – also das Syndrom der ruhelosen Beine – ist eine neurologische Erkrankung. Etwa drei bis zehn Prozent der Deutschen sind betroffen, 80 Prozent davon auch während des Schlafens.

Beine © Thinkstock
Besonders oft leiden Frauen unter dem Restless-Legs-Syndrom, die mehrere Kinder geboren haben, sowie ältere Menschen. Das Restless-Legs-Syndrom kann auch Begleitsymptom einer Schwangerschaft, einer Anämie oder einer Niereninsuffizienz sein.

Symptome des Restless-Legs-Syndroms

Kribbeln, Ziehen, Spannen und Schmerzen in den Beinen sind typische Symptome des Restless-Legs-Syndroms. Die Missempfindungen treten besonders vor dem Einschlafen, gegen Mitternacht und morgens gegen vier Uhr auf. Oft werden die Betroffenen dadurch geweckt und können die Symptome nur durch Umherlaufen bezwingen. Aber auch zwischendurch sind die Missempfindungen unbewusst spürbar. Dies veranlasst den Schlafenden zu Beinbewegungen. Er wacht nicht wirklich auf, trotzdem wird auch in diesem Fall der Schlaf gestört. Die Folge ist häufig starke Tagesmüdigkeit.

Therapie mit Parkinson-Medikamenten

Ist eine Eisenmangelanämie die Ursache für das Restless-Legs-Syndrom, kann eine Eisenersatztherapie helfen. In anderen Fällen bietet sich eine Langzeittherapie mit Parkinson-Medikamenten an – vor allem die Dopamin-Agonisten zeigen eine gute Wirkung. Helfen dem Patienten diese Medikamente nicht und wird er von schweren Durchschlafstörungen geplagt, kann eine Therapie mit Opioiden, Antiepileptika oder Tranquilizern (Beruhigungsmittel) wie Benzodiazepinen sinnvoll sein.

Überdruckmaske bei Kombination von Schlafapnoe und RLS

Allerdings benötigen nur zirka 25 Prozent der Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom eine Therapie, heißt es beim Robert Koch-Institut. Eine medikamentöse Therapie ist oft nur bei extremer Tagesmüdigkeit gerechtfertigt, denn auch Dopamin-Agonisten haben relativ viele Nebenwirkungen – etwa Psychosen und Übelkeit.

Das Restless-Legs-Syndrom tritt oftmals zusammen mit der Schlafapnoe auf. In diesem Fall behebt die Therapie mit einer Überdruckmaske nicht nur die Schlafapnoe, sondern lindert meistens auch das RLS.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.02.2019
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizin-Journalistin, Charité Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Ingo Fietze, Thea Herold, Der Schlafquotient, Hoffmann und Campe, Hamburg
  • Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27: Schlafstörungen, Berlin
  • Interview mit Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
  • Interview mit Psychologin Sandra Zimmermann vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité
  • Interview mit Dr. Peter Geisler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universitätsklinik Regensburg
  • Interview mit Michael Maar, Atemtherapeut im Ilse-Middendorf-Institut in Berlin
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