Schlafstörungen: Diagnose durch eine Schlafambulanz

Wer an einer Schlafstörung leidet, dem kann ein Besuch in einer Schlafambulanz helfen. Schlafmediziner werden Sie dort genau untersuchen.

Diagnostik in der Schlafambulanz: intensive Befragung

Wenn Ihr Hausarzt Ihnen nicht helfen konnte und Ihre Schlafstörungen anhalten, drängen Sie auf eine Überweisung in eine Schlafambulanz. Inzwischen gibt es rund 50 Schlafambulanzen in Deutschland. Die Schlafmediziner, die dort arbeiten, fragen Sie nach:
  • Ihrer Schlafdauer und -qualität
  • Einschlafproblemen
  • Besonderheiten im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Lebensgewohnheiten und Schlafhygiene
  • Schnarchen
  • häufigen nächtlichen Wachphasen
  • nächtlichen Gängen zur Toilette
  • Schmerzen oder Kribbeln in den ruhenden Beinen
  • Albträumen
  • Zähneknirschen
  • auffälligen Bewegungen im Schlaf
  • Nachtschweiß
  • nächtlichen oder morgendlichen Kopfschmerzen
  • frühmorgendlichem Erwachen
  • Tagesmüdigkeit
  • unfreiwilligem Einschlafen am Tage
  • Leistungsfähigkeit
Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Bestandsaufnahme in der Schlafambulanz durch Fragebögen zu ergänzen, die auch gezielt das subjektive Empfinden der Müdigkeit ermitteln. Auch Fragen zu Gedächtnisleistung, Geschicklichkeit und Konzentrationsfähigkeit sind möglich.

Ein Aktimeter misst die Wach- und Schlafphasen

Manchmal geben die Schlafmediziner in der Schlafambulanz dem Patienten ein Aktimeter mit nach Hause. Es sieht aus wie eine Armbanduhr und wird nachts getragen. Das Aktimeter enthält einen Sensor, der aufzeichnet, wann sich der Körper bewegt und wann nicht. Es liefert so ein Bild des Schlaf-Wach-Rhythmus. Das ist hilfreich, weil der Patient sein Schlafverhalten nie objektiv beobachten und schlecht beschreiben kann – weshalb auch Schlaftagebücher meistens ungenau sind.

Nasenbrille und Bauchgurt bei Verdacht auf Schlafapnoe

Die Ärzte in der Schlafambulanz geben Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoe oft auch ein Screening-Gerät mit, das wie ein Mobiltelefon aussieht und mittels Nasenbrille die Atmung aufzeichnet sowie mittels Brustgurt die Bewegung des Brustkorbs und des Zwerchfells. Außerdem registriert es die Sauerstoffsättigung des Blutes, den Puls, die Wechsel der Körperlage und das Schnarchen. Haben die Schlafexperten den Verdacht, dass Sie im Schlaf unter Atemstörungen leiden (Schlafapnoe), werden sie Ihnen meistens nach der Untersuchung in der Schlafambulanz eine weitere, genauere Untersuchung im Schlaflabor empfehlen, wo auch eine akustische und visuelle Überwachung Ihres Schlafs möglich ist.
Schlaftagebuch erleichtert die Diagnose in der Schlafambulanz
Die Wartelisten der Schlafambulanzen sind lang. Doch lassen Sie sich davon nicht abschrecken: Allein das Wissen, dass einem bald Experten zur Seite stehen werden, beruhigt und kann bereits den Schlaf fördern. Dokumentieren Sie Ihre Schlafstörungen während der Wartezeit vier Wochen lang in einem Schlaftagebuch, in dem Sie Ihre Einschlaf- und Aufwachzeiten notieren. Das erleichtert den Schlafexperten in der Schlafambulanz später die Diagnostik. Ein Schlaftagebuch können Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bestellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.02.2019
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizin-Journalistin, Charité Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Ingo Fietze, Thea Herold, Der Schlafquotient, Hoffmann und Campe, Hamburg
  • Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27: Schlafstörungen, Berlin
  • Interview mit Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
  • Interview mit Psychologin Sandra Zimmermann vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité
  • Interview mit Dr. Peter Geisler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universitätsklinik Regensburg
  • Interview mit Michael Maar, Atemtherapeut im Ilse-Middendorf-Institut in Berlin
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