Schlafstörungen

Wer nicht gut schläft, ist reizbar und verliert an Leistungskraft. Langfristig sind Schlafstörungen gesundheitsschädlich. Doch niemand muss damit leben: Es gibt immer mehr Schlafmediziner, die die Störungen sehr individuell und erfolgreich behandeln.

Schlaflose Frau © Thinkstock
Der Mensch schläft durchschnittlich 3.000 Stunden pro Jahr, das entspricht etwa einem Drittel seines Lebens. Es lohnt sich, diese Zeit zu investieren, denn während des Schlafens laufen im Körper in fast allen Organen Regenerations- und Aufbauvorgänge ab. Der Körper erholt sich und tankt neue Energie für den kommenden Tag.

Schlafstörungen – wer jemals unter ihnen gelitten hat, weiß: Sie machen dünnhäutig und missgelaunt, rauben die Konzentration und Leistungsfähigkeit. Doch damit nicht genug: Langanhaltende, chronische Schlafstörungen beeinträchtigen das Immunsystem und können Depressionen hervorrufen. Sind nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe) der Grund für die Schlafstörungen, besteht die Gefahr von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes mellitus. Nicht zuletzt führt Schlaflosigkeit oft zum gefürchteten Sekundenschlaf am Steuer und erhöht damit drastisch das Risiko schwerer Verkehrsunfälle.

Nach vier Wochen mit Schlafstörungen zum Arzt

Trotzdem suchen nur wenige Menschen mit Schlafstörungen den Arzt auf. „Es wird schon wieder vorübergehen“, glauben die meisten. Doch Schlafexperten warnen: Wenn die Schlafstörungen länger als vier Wochen andauern, sind sie ohne ärztliche Behandlung meistens nicht mehr in den Griff zu bekommen. Mit dem Arztbesuch länger als einen Monat zu warten, führt in einen Teufelskreis: Zur Schlaflosigkeit gesellt sich die Angst vor der Schlaflosigkeit, die alles nur noch schlimmer macht.

Besuch einer Schlafambulanz lohnt sich

Viele Schlaflose befürchten allerdings, der Hausarzt könne doch nicht viel ausrichten gegen ihr Leiden und verschreibe am Ende nur Tabletten. Doch das muss nicht sein: Es gibt in Deutschland inzwischen eine Reihe Schlafambulanzen, in denen spezialisierte Ärzte arbeiten. Einzige Voraussetzung für den Besuch ist ein Überweisungsschein des Hausarztes. In den Ambulanzen arbeiten Experten, die sich vom Patienten detailliert sein Schlafverhalten schildern lassen und nach umfassender Diagnostik eine Therapie auswählen. Dies kann eine Verhaltenstherapie sein, eine Entspannungstechnik, die Schlafrestriktion oder ein modernes Schlafmedikament, im Falle der Schlafapnoe – also nächtlichen Atemaussetzern – auch eine Maske.

Jeder Zehnte ist von Schlafstörungen betroffen

Schlafstörungen sind weit verbreitet: Etwa jeder zehnte Erwachsene ist Umfragen zufolge davon betroffen. Am häufigsten sind Ein- und Durchschlafstörungen, die Schlafapnoe und das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der ruhelosen Beine).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.10.2014
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizin-Journalistin, Charité Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. Ingo Fietze, Thea Herold, Der Schlafquotient, Hoffmann und Campe, Hamburg 2006
  • Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27: Schlafstörungen, Berlin 2005
  • Interview mit Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
  • Interview mit Psychologin Sandra Zimmermann vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité
  • Interview mit Dr. Peter Geisler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universitätsklinik Regensburg
  • Interview mit Michael Maar, Atemtherapeut im Ilse-Middendorf-Institut in Berlin
  • Grözinger, Michael: Behandlung von Schlafstörungen: Weit mehr als nur ein Schlafmittel (http://www.dgppn.de/fileadmin/user_upload/_medien/dokumente/dgppn-veranstaltungen/2010-10-05-hs-schlaf/hs09-schlaf-groezinger.pdf)
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l-abgelaufen.pdf)
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