Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist neben der operativen Entfernung der Schilddrüse die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis. Genau wie beim Morbus Basedow, der eine Schilddrüsenüberfunktion hervorruft, handelt es sich bei dieser chronischen Entzündung um eine organspezifische Autoimmunerkrankung.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis greifen die Immunzellen des Körpers das Schilddrüsengewebe an und zerstören es schließlich. Die verlorenen Zellen werden durch Bindegewebe ersetzt. Dadurch büßt die Schilddrüse immer mehr an Funktion ein. Es kommt zu einem Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4.

Die Krankheit bricht häufig in Phasen hormoneller Umstellungen – beispielsweise in der Pubertät oder den Wechseljahren – aus. Frauen sind zehnmal häufiger betroffen als Männer. Ähnlich wie bei Morbus Basedow können Stress, Rauchen, Infektionen, Störungen der weiblichen Hormone und viele andere Faktoren ein Auslöser für die Krankheit sein. Betroffene leiden nicht selten an weiteren Autoimmunerkrankungen wie dem kreisrunden Haarausfall (Alopezie).

Entzündung nach Virusinfekt

Neben der Hashimoto-Thyreoiditis kann die subakute Thyreoiditis – auch Thyreoiditis de Quervain genannt – zu einer Unterfunktion führen. Es handelt sich um eine durch Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) hervorgerufene Entzündung der Schilddrüse. Die Erkrankung tritt meist einige Wochen nach einem Virusinfekt auf. Sie ist anfangs sehr schmerzhaft, zerstört Schilddrüsengewebe, und es kommt zu einem passiven Freisetzen von gespeicherten Schilddrüsenhormonen. Unbehandelt kann sich daraus dann eine Unterfunktion entwickeln. Bakterielle Entzündungen der Schilddrüse sind dagegen extrem selten.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann auch angeboren sein. Grund ist dann meist eine fehlerhafte oder unvollständige Entwicklung des Organs beim Ungeborenen. Etwa eines von 3.000 Kindern ist von einer angeborenen Unterfunktion betroffen, diese wird aber durch das „Neugeborenen-Screening“ normalerweise rechtzeitig entdeckt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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