Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Behandlung

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse werden die Schilddrüsenhormone T3 und T4 nicht in ausreichender Menge produziert. Die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion besteht daher darin, die fehlenden Hormone in Tablettenform zu ersetzen. Zur Behandlung wird meist das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin eingesetzt.

Der Betroffene sollte die Tablette etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück zu sich nehmen. Denn wird sie auf leeren Magen eingenommen, nimmt der Darm die Wirkstoffe besser auf. Wie hoch das Hormon dosiert wird, hängt vom individuellen Bedarf des Patienten ab. Normalerweise beginnt der Arzt mit einer niedrigen Dosis und erhöht sie stufenweise, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Ist die ausreichende Menge an Thyroxin (T4) gefunden, muss der Patient nur einmal jährlich eine Blutabnahme zur Überprüfung seines Stoffwechsels durchführen lassen.

Manchmal auch Kombinationspräparat nötig

In der Regel muss der Patient nur Thyroxin (T4) einnehmen. Das zweite bei der Unterfunktion fehlende Schilddrüsenhormon – das Triiodthyronin (T3) – stellt der Körper meist in ausreichender Menge aus dem eingenommenen T4 her. Nur in Ausnahmefällen muss auch T3 als Kombinationspräparat mit T4 eingenommen werden. Da die Medikamente die Schilddrüsenunterfunktion nicht heilen können, müssen die Betroffenen die Tabletten ihr Leben lang einnehmen.

Eine angeborene Unterfunktion der Schilddrüse bei Kindern behandelt der Arzt ebenso wie bei erwachsenen Patienten. Wird frühzeitig mit der Therapie begonnen, entwickelt sich das Kind völlig normal. Bereits vorhandene Schädigungen können mittels dieser Behandlung jedoch in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Ob das Medikament ausreichend dosiert ist, stellt der Arzt anhand verschiedener Kriterien fest. Wichtig ist hierbei zum einen das Wohlbefinden des Patienten. Außerdem verrät ein Bluttest, ob sich eine ausreichende Menge Schilddrüsenhormone im Körper des Patienten befindet.

Selen senkt die Antikörperzahl

Einige Studien besagen, dass die Einnahme von Selen – ein natürlich vorkommendes Element –  einen positiven Einfluss  auf die Antikörperproduktion haben soll. Das heißt: Unter Selengabe sollen weniger Antikörper, die gegen die Schilddrüse gerichtet sind, gebildet werden. Obwohl in Deutschland das Tierfutter mit Selen angereichert wird, kann es sein, dass ein Selenmangel besteht. Eine Einnahme von Selen sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Vorsicht ist auch bei Diabetikern geboten, da die langfristige Seleneinnahme das Risiko für Diabetes mellitus erhöhen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Zhu L. et al.: Effects of selenium supplementation on antibodies of autoimmune thyroiditis. Zhonghua Yi Xue Za Zhi. 2012 Aug 28;92(32):2256-60.
  • Stranges S. et al.: Effects of long-term selenium supplementation on the incidence of type 2 diabetes: a randomized trial. Ann Intern Med. 2007 Aug 21;147(4):217-23. Epub 2007 Jul 9.
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