Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Früherkennung bei Neugeborenen

Als Folge verschiedener angeborener oder während der Schwangerschaft erworbener Störungen kann ein neugeborenes Kind eine Schilddrüsenunterfunktion haben. Ohne Behandlung kann das ebenso fatale Folgen haben wie ein während der Schwangerschaft bestehender schwerer Jodmangel: Die mentale und körperliche Entwicklung ist dann stark beeinträchtigt. Beim Neugeborenen-Screening kann die Unterfunktion früh erkannt werden.

Ursachen einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion

Die Ursachen für eine angeborene Unterfunktion der Schilddrüse können Fehlbildungen des Organs, Störungen der Hormonbildung oder eine vorübergehende Unterfunktion wegen zu hoher Jodzufuhr in der Schwangerschaft sein.

Früherkennung durch Neugeborenen-Screening

Um den schwerwiegenden Folgen vorzubeugen, wird seit Anfang der 80er Jahre das sogenannte Neugeborenen-Screening durchgeführt: Dazu wird zwischen dem dritten und fünften Lebenstag etwas Blut aus der Ferse des Säuglings entnommen. Neben Werten, die auf andere Krankheiten hindeuten können, wird der TSH-Wert im Labor bestimmt. So wird eine mögliche Unterfunktion früh erkannt und es können mit einer entsprechenden Behandlung Folgeschäden meist vollständig vermieden werden.
Früherkennung und Vorsorge
Früherkennungsuntersuchungen werden oft auch als Vorsorgeuntersuchungen bezeichnet. Streng genommen ist das falsch. Es gibt vorbeugende („vorsorgende“) medizinische Maßnahmen, die Krankheiten vermeiden sollen. Ein Beispiel sind Impfungen. Bei einer Früherkennungsuntersuchung macht sich der behandelnde Arzt dagegen auf die Suche, ob bestimmte Krankheiten bereits im Anfangsstadium vorliegen. Beispiele sind die Darmkrebs-Früherkennung oder der allgemeiner Gesundheits-Check-up, auf den Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch haben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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