Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose: hyper = über beziehungweise über ... hinaus, thyreós = Schild) kann als Folge verschiedener Erkrankungen auftreten. Das Hauptmerkmal einer Schilddrüsenüberfunktion ist ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen. Es werden mehr Hormone produziert, als der Körper benötigt.

Symptome und Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

Der dauerhaft stimulierende Einfluss der Schilddrüsenhormone kann den Organismus in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen und beispielsweise zu Symptomen wie Angstzuständen, Schweißausbrüchen oder plötzlichem Abmagern führen.

Zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion stehen drei verschiedene Methoden zur Verfügung. Zunächst kommen meist Medikamente zum Einsatz, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmen oder ihre Freisetzung verhindern. Führt eine solche Therapie nicht zum Erfolg, kann eine Operation die einzige Therapiemöglichkeit sein. Eine weitere Behandlungsmethode ist die Radiojodtherapie.

Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie

Eine Überfunktion der Schilddrüse tritt am häufigsten entweder bei Morbus Basedow oder bei sogenannten heißen Knoten, der Schilddrüsenautonomie, auf. Dabei ist die Schilddrüsenautonomie in bis zu 50 Prozent der Fälle die Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. In seltenen Fällen kann auch ein Hypophysenadenom, ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse, eine Hyperthyreose hervorrufen.
  • Morbus Basedow (Basedowsche Krankheit)
    Morbus Basedow ist eine organspezifische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem des Körpers gezielt eigene Organe an – in diesem Fall die Schilddrüse. Die Krankheit wurde erstmals 1840 von dem Arzt Karl von Basedow beschrieben. Der Körper bildet Antikörper, die genau wie das Hormon TSH an die Rezeptoren der Schilddrüsenzellen binden. Dadurch wird die Schilddrüse dazu angeregt, vermehrt Hormone zu bilden. Ein Überschuss an den biologischen Botenstoffen entsteht. In Deutschland leidet etwa ein Prozent der Bevölkerung an Morbus Basedow, wobei Frauen etwa achtmal häufiger betroffen sind als Männer. Die Anlage zur Entwicklung einer organspezifischen Autoimmunerkrankung ist genetisch bedingt. Auslöser der Erkrankung können Stress, Rauchen, Infektionen, Störungen der weiblichen Hormone und viele andere Faktoren sein.
  • Schilddrüsenautonomie
    Als hauptsächlicher Entstehungsfaktor der Schilddrüsenautonomie gilt Jodmangel. Aber auch genetische Veränderungen können eine Schilddrüsenautonomie nach sich ziehen. Besteht der Jodmangel über mehrere Jahre hinweg, beginnt sich das Schilddrüsengewebe zu vermehren – ein Kropf (Struma) entsteht. In der weiteren Folge kann dann eine Schilddrüsenautonomie auftreten: Bei dieser Krankheit sind im Schilddrüsengewebe „autonome“ Zellen entstanden. Sie arbeiten unabhängig von der Kontrolle der Hypophyse durch TSH. Diese Zellen können einzelne (unifokale) oder mehrere (multifokale) autonome Areale in der Schilddrüse bilden. Man nennt solche Gebiete auch heiße Knoten. Diese selbstständig arbeitenden Zellen können aber auch diffus im Gewebe verteilt sein. Eine ständige Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf des Körpers, führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion und den damit verbundenen Symptomen. In Gegenden mit ausreichender Jodversorgung ist die Schilddrüsenautonomie selten. Sie ist also bei ausreichender Jodversorgung eine vermeidbare Erkrankung. Deshalb sind Maßnahmen zur Vorbeugung eines Jodmangels entscheidend.

Gefahr der Überfunktion in der Schwangerschaft für die Mutter erhöht

Weil der Grundumsatz des Körpers in der Schwangerschaft erhöht ist, kann es dann leichter zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Das Schwangerschaftshormon HCG wirkt ähnlich wie TSH und bringt die Schilddrüse dazu, mehr Hormone zu produzieren. Diese Form der Schilddrüsenüberfunktion verläuft jedoch meist mild und verschwindet oft nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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