Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)

Wie in jedem Organ können sich auch in der Schilddrüse bösartige Tumoren bilden. Jedoch betreffen nur etwa ein Prozent aller Karzinome die Schilddrüse. Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Statistik des Robert Koch-Instituts an einem Schilddrüsenkarzinom rund 6.000 Menschen.

Ärztin untersucht Schilddrüse bei einem Mann © Thinkstock
Davon sind zwei Drittel Frauen und ein Drittel Männer. Die Tendenz ist leicht steigend. Unbestritten ist der Zusammenhang zwischen ionisierender Strahlung und Schilddrüsenkrebs.

Die Symptome von Schilddrüsenkrebs

Lymphknotenschwellungen im Halsbereich und ein wachsender Knoten in der Schilddrüse, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Luftnot weisen auf ein Schilddrüsenkarzinom hin. Bereits jedes einzelne dieser Anzeichen sollte möglichst schnell von einem Arzt abgeklärt werden. Denn manche Formen von Schilddrüsenkrebs schreiten rasch voran und schnellstmögliche Behandlung ist wichtig.

Die Diagnose bei Schilddrüsenkrebs

Um möglichst rasch zu erkennen, ob es sich um Schilddrüsenkrebs handelt, um welche Form und in welchem Stadium er sich befindet, stehen dem Arzt eine ganze Reihe von Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Beginnend mit der Anamnese, also der ausführlichen Befragung des Patienten, folgen körperliche Untersuchung, Ultraschall, Bluttest, Szintigrafie und Schilddrüsenpunktion.

Formen und Stadien von Schilddrüsenkrebs

Gemäß dieser Untersuchungsergebnisse lässt sich Schilddrüsenkrebs in mehrere Formen und Stadien einteilen. Diese richten sich nach Ursprung, Gewebestruktur und der Art der Metastasenbildung des Schilddrüsenkarzinoms. In den meisten Fällen geht die Tumorentwicklung von den Schilddrüsenzellen (Thyreozyten) aus. Sie werden als differenzierte Schilddrüsenkarzinome bezeichnet. Dabei unterscheidet man wiederum zwei Gruppen, die papillären Karzinome und die follikulären Karzinome.

Nicht ganz so häufig sind Tumoren, die ihren Ursprung in den C-Zellen haben, welche sich im Schilddrüsengewebe verstreut befinden (medullären Karzinome). Außerdem gibt es noch die undifferenzierten oder anaplastischen Karzinome, die jedoch äußerst selten auftreten.

Therapie bei Schilddrüsenkrebs

Meist wird der Tumor operativ entfernt. Manchmal muss der Chirurg dabei nur einen Teil der Schilddrüse, in der Regel jedoch das gesamte Organ herausschneiden, zusätzlich auch Lymphknoten. Im Anschluss an die Operation wird stadienabhängig eine Radiojodtherapie, selten eine externe Strahlen-und Chemotherapie einzeln oder in Kombination durchgeführt, um mögliche versprengte Zellen zu zerstören.

Prognose und Heilungschancen bei Schilddrüsenkrebs

Allerdings sind die Heilungschancen je nach Form und Ausbreitung des Schilddrüsentumors unterschiedlich. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome, die am häufigsten diagnostizierte Art, haben jedoch die beste Prognose. Die meisten Betroffenen haben nach der Behandlung sogar eine ganz normale Lebenserwartung.

Ratgeber für Patienten mit Schilddrüsenkrebs

Meistens müssen Schilddrüsenkrebspatienten für den Rest ihres Lebens Hormontabletten einnehmen. Dabei handelt es sich um Schilddrüsenhormone, die der Körper nach Entfernung der Schilddrüse natürlich nicht mehr herstellen kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft, Stand 12.3.2012 http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_schilddruesenkrebs_definition.html?markierung=Schilddr%FCsenkrebs
  • Leitlinien zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs http://www.eje-online.org/content/154/6/787.full.pdf
  • Prof Dr. Christoph Reiners (Hrsg.): Diagnostik, Therapie und Nachsorge beim Schilddrüsenkarzinom, Science, 2010
  • Informationen des Robert Koch Instituts http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2012/kid_2012_c73.pdf?__blob=publicationFile
  • Informationsmaterial des Klinikums Essen http://www.uk-essen.de/index.php?id=1290&L=3&id=1290
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