Schilddrüsenerkrankungen: Vorbeugen während Schwangerschaft und Stillzeit

Einem Jodmangelkropf und dessen Folgen können die richtige Ernährung und die Verwendung von Jodsalz gut vorbeugen. Doch in Schwangerschaft und Stillzeit reicht selbst das oft nicht aus: Hier können Jodidtabletten den täglichen Jodbedarf ergänzen. Die Einnahme sollte aber in jedem Fall vorher mit einem Arzt abgesprochen werden.

In der Schwangerschaft und Stillzeit braucht der Körper mehr Jod

Während der Schwangerschaft und Stillzeit brauchen Frauen besonders viel Jod, da sie das ungeborene und neugeborene Kind mitversorgen müssen. Wird die Jodzufuhr den neuen Verhältnissen nicht angepasst, droht Jodmangel bei Mutter und Kind. Viele Frauen nehmen auch schon vor der Schwangerschaft zu wenig Jod auf, weshalb der Jodmangel dann umso gravierender ausfällt. Früher entwickelten aus diesem Grund bis zu 60 Prozent der werdenden Mütter im Verlauf der Schwangerschaft oder danach eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse.

In der Schwangerschaft erhöht sich der Jodbedarf um zirka 50 Prozent – die Schwangere benötigt etwa 230 Mikrogramm Jod pro Tag. Zum Teil wird dies heute zwar durch die höhere Jodzufuhr aus der Nahrung aufgrund der Jodierung von Salz und Tierfutter gedeckt, doch das reicht immer noch nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken.

Jodmangel in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt

Der Fetus bildet etwa ab der zehnten Schwangerschaftswoche eigene Schilddrüsenhormone. Dazu benötigt er etwa 50 Mikrogramm Jod pro Tag. Bei ausgeprägtem Jodmangel in der Schwangerschaft sind die Gefahren von Fehlgeburt und Missbildungen des Kindes größer. Außerdem kann sich bereits während der Schwangerschaft beim ungeborenen Kind ein Kropf bilden. Dies kann beim Neugeborenen zu Schluckstörungen und Atembeschwerden führen.

Ganz besonders die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Nervensystems ist abhängig von einer ausreichenden Jodversorgung. Diese kann bei nur leichter Unterversorgung bereits beeinträchtigt sein – auch wenn bei der Mutter keine Symptome eines Jodmangels vorliegen.

Denn die Folgen eines Jodmangels sind umso gravierender, je früher er im Verlauf des Lebens einsetzt: Jodmangel und somit ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann bereits beim Ungeborenen zu irreparablen Störungen der Intelligenz führen (endemischer Kretinismus). Auch Störungen im Knochenaufbau mit Minderwuchs oder bei der Reifung der Lunge können die Folge sein.

Für Schwangere sind Jodtabletten empfehlenswert

Um wegen des höheren Jodbedarfs Schäden bei Mutter und Kind vorzubeugen, empfiehlt der Arbeitskreis Jodmangel, dass die werdende Mutter ab der zehnten Schwangerschaftswoche und über die Stillzeit hinweg 100 Mikrogramm Jod in Tablettenform einnimmt. Dies sollte jedoch mit dem Haus- oder Frauenarzt abgestimmt werden. Nach dem Stillen wird der Bedarf des Kindes über die Babynahrung gedeckt, da diese ausreichend Jod enthält.

Im Gegensatz zu Schilddrüsenhormonen können Jodpräparate zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden. Auch Kombinationspräparate sind erhältlich, die meist eine ausreichende Menge an Jod enthalten. Nicht eingenommen werden sollen Jodpräparate bei einer Schilddrüsenüberfunktion und im Falle einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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