Schilddrüsenerkrankungen: Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie wird meist eingesetzt, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert – beispielsweise bei einer Schilddrüsenautonomie oder bei Morbus Basedow. Auch bei Schilddrüsenkrebs – genauer bei einem jodspeichernden Schilddrüsenkarzinom – kann es sinnvoll sein, nach einer Operation zusätzlich eine Radiojodtherapie durchzuführen.

Bei dieser Therapieform werden Schilddrüsenzellen mithilfe von radioaktivem Jod zerstört. Das ist möglich, weil elementares Jod beim Menschen ausschließlich in der Schilddrüse gespeichert wird.

Vor der Radiojodtherapie: auf Jod verzichten

Vor der Radiojodtherapie sollte der Patient eine Jodkarenz einhalten, damit das bei der Therapie zugeführte Jod vollständig verwertet werden kann. Wichtig bei der Behandlung ist eine individuelle Joddosis, mit der der Patient behandelt wird. Dazu ermittelt der Arzt das Volumen der Schilddrüse und wie viel Jod sie aufnehmen kann. Anhand dieser Ergebnisse wird die notwendige Joddosis bestimmt. Anschließend erhält der Patient die berechnete Menge radioaktiven Jods einmalig in Form einer Kapsel. Das Element gelangt über die Blutbahn zur Schilddrüse und wird dort gespeichert.

Jod-131 gibt radioaktive Beta-Strahlung ab, die dazu führt, dass Schilddrüsenzellen absterben. Die Folge ist eine gedrosselte Hormonproduktion. Da sich Jod nur in den Follikeln der Schilddrüse anreichert, ist die Strahlenbelastung für den restlichen Körper gering. Insgesamt ist die Belastung vergleichbar mit der einer herkömmlichen Röntgenaufnahme.

Im Anschluss muss der Patient mindestens 48 Stunden stationär beobachtet werden. Der Betroffene kann nach Hause, sobald die Strahlung in seiner Schilddrüse einen bestimmten Grenzwert nicht mehr überschreitet. Die Radioaktivität wird teilweise über die Nieren ausgeschieden. Dieser Urin muss deshalb in besonderen Tanks gespeichert werden.

Radiojodtherapie birgt kaum Risiken

Die Radiojodtherapie gilt also als risikoarm und darüber hinaus in den meisten Fällen als schmerzfrei. In seltenen Fällen reagiert die Schilddrüse mit Entzündungen, die mit Kühlung oder medikamentös behandelt werden.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist von der Therapie mit Jod-131 jedoch unbedingt abzuraten. Auch wenn in den kommenden sechs Monaten der Kinderwunsch erfüllt werden soll, ist eine Radiojodtherapie nicht zu empfehlen. Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, sollte vor dem Einsatz von radioaktivem Jod eine Operation durchgeführt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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