Schilddrüsenerkrankungen: Die Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse (lat. Glandula thyroidea) ist ein lebenswichtiges Organ. Sie produziert Hormone, die den gesamten Organismus beeinflussen. Ihre Botenstoffe spielen besonders bei der Steuerung des Energiehaushaltes eine wichtige Rolle: Die gesunde Schilddrüse sorgt für einen stabilen Grundumsatz des Körpers.

Schon beim Ungeborenen tragen die Hormone zum normalen Wachstum und einer gesunden Entwicklung bei. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft hat deshalb schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind. Die Schilddrüse beeinflusst darüber hinaus den Knochenaufbau und spielt eine Rolle bei der Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts.

Das kleine Organ befindet sich am Hals, direkt unterhalb des Kehlkopfes – genauer gesagt unter einem bestimmten Teil des Kehlkopfes: dem Schildknorpel (daher auch der Name Schilddrüse). Aus zwei Lappen bestehend, die durch einen Mittelteil verbunden sind, hat die Drüse die Form eines Schmetterlings.

Beim Erwachsenen ist sie zirka vier Zentimeter hoch und zehn Zentimeter breit. Allerdings kann die Größe von Mensch zu Mensch variieren. Bei Frauen ist sie in der Regel etwas kleiner, nimmt aber in der Schwangerschaft an Größe zu. Daher war das sogenannte Kropfband der alpenländischen Trachten früher ein praktischer „Schwangerschaftstest“: Wurde es um den Hals enger, galt das als frühzeitiger Hinweis auf eine Schwangerschaft.

Die Schilddrüse produziert drei wichtige Hormone

Die Zellen der Schilddrüse (Thyreozyten) sind die eigentliche Produktionsstätte der Hormone. Dabei sind die Zellen so angeordnet, dass sie einen kugelförmigen Hohlraum (Follikel) umfassen. In den Schilddrüsenzellen verbindet sich die Aminosäure Thyrosin mit Jod. Daraus entsteht eine Vorstufe der eigentlichen Schilddrüsenhormone, die in die Follikel abgegeben wird.

Aus diesen Vorstufen können zwei unterschiedliche Hormone hervorgehen:
  • das Trijodthyronin (T3)
  • das Thyroxin (T4)
Es wird deutlich mehr T4 als T3 gebildet. Zwischen den kugelförmigen Follikeln befinden sich im Schilddrüsengewebe verstreut die C-Zellen. Hier wird das Hormon Calzitonin gebildet. An den Spitze der vier Lappen der Schilddrüse sitzt jeweils eine kaum erbsengroße Struktur: die Nebenschilddrüsen, die das sogenannte Parathormon herstellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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