Schilddrüsenerkrankungen: Blutanalyse

Eine der wichtigsten Methoden zur Klärung der Schilddrüsenfunktion ist die Laboruntersuchung einer Blutprobe. Dabei kann der Spiegel eines bedeutsamen Hormons bestimmt werden: TSH, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird und die Schilddrüse zur Jodaufnahme und Hormonproduktion anregt.

Produziert die Schilddrüse selbst zu wenig Hormone, stellt die Hypophyse sofort mehr TSH her und schickt es in den Blutkreislauf. Ist die Drüse überaktiv und damit reichlich Schilddrüsenhormon im Blut vorhanden, bremst das Gehirn die TSH-Produktion auf der Stelle.

Im Zweifelsfall: Schilddrüsenhormone bestimmen

Weicht der TSH-Spiegel vom Normalwert ab, liegt eine Funktionsstörung der Schilddrüse nahe. TSH ist allerdings ein Hormon, das sehr sensitiv ist und bereits auf minimale Schwankungen der Schilddrüsenhormone reagiert. Auch verschiedene Medikamente wie beispielsweise Kortison können den Hormonspiegel ins Wanken bringen. Im Zweifelsfall kann der Arzt daher das Blut zusätzlich auf die Werte der Schilddrüsenhormone T3 und T4 untersuchen. Relativ zum TSH-Wert zeigen bestimmte Werte dieser Hormone eine Normal-, Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse an.

Tumormarker geben Hinweis auf Karzinome

Besteht der Verdacht, dass ein Knoten in der Schilddrüse bösartig sein könnte, kann im Blut des Patienten auch nach Tumormarkern oder tumorassoziierten Substanzen gefahndet werden. Diese spezifischen Substanzen werden jeweils nur von einer bestimmten Krebsart gebildet. Für einen Schilddrüsentumor kommen hierbei erhöhte Werte von Thyreoglobulin und Calzitonin infrage.

Antikörper decken Autoimmunkrankheit auf

Ebenfalls im Blut wird der Arzt fündig, wenn eine Autoimmunkrankheit für die Störung der Schilddrüsenfunktion verantwortlich ist. Bei Morbus Basedow lassen sich Antikörper gegen den TSH-Rezeptor (TRAK) nachweisen, möglicherweise auch Antikörper gegen das Speichereiweiß Thyreoglobulin (Tg-AK) oder gegen das Enzym Schilddrüsenperoxidase (TPO-AK). Diese beiden Antikörperarten kommen auch bei einer anderen Autoimmunerkrankung der Schilddrüse vor: der Hashimoto-Thyreoiditis.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)