Schilddrüsenerkrankungen: So wird die Diagnose gestellt

Weil die möglichen Symptome von Schilddrüsenerkrankungen so vielfältig sind und nicht immer wie im Lehrbuch auftreten, ist eine sorgfältige und umfassende Diagnosestellung bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besonders wichtig.

Ärztin tastet bei einer Frau die Schilddrüse ab © Thinkstock

Gespräch mit dem Patienten hilft dem Arzt weiter

Besteht der Verdacht auf eine Funktionsstörung der Schilddrüse, versucht der behandelnde Arzt zunächst im Patientengespräch – der Anamnese – weitere Symptome abzuklären, die mit einer Über- oder Unterfunktion beziehungsweise einer krankhaften Vergrößerung (Struma) des Organs einhergehen. Die Schilddrüsenvergrößerung kann der Arzt oft schon auf einen Blick oder durch leichtes Abtasten der Kehlkopfregion feststellen. Schluckbeschwerden, eine heisere Stimme und ein Engegefühl im Hals weisen ebenfalls auf einen beginnenden Kropf hin, der nach innen wächst und auf Speise- und Luftröhre drückt.

Prüfung auf Herz und Nieren

Da sich eine gestörte Schilddrüse auf das gesamte Organsystem auswirkt, inspiziert der Arzt auch Haut, Augen und Muskulatur und prüft Herz- und Nervenfunktion. Denn so wie ein niedriger Puls, trockene, blasse Haut und langsame Reflexe auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten, können ein schneller Herzschlag, zittrige Hände und feuchte, warme Haut in Zusammenhang mit einer Überfunktion stehen. Bestimmte Formen der Schilddrüsenüberfunktion, zum Beispiel Morbus Basedow, machen sich auffällig an den Augen bemerkbar: Sie treten hervor, sind oft gerötet und die Lider können geschwollen sein.

Zur Basisuntersuchung bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung gehören noch eine Begutachtung des Halses mittels Ultraschall (Sonografie) und eine Blutprobe fürs Labor. Außerdem stehen noch die Szintigrafie und die Schilddrüsenpunktion als Diagnosemethoden zur Verfügung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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