Schilddrüsenerkrankungen: Symptome

Die Hormone der Schilddrüse beeinflussen jedes Organ des Körpers. Gerät der kleine Leistungsträger aus dem Takt, kann das weitreichende Folgen haben. Schilddrüsenerkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Laut Experten ist etwa jeder Dritte betroffen, oft ohne es zu wissen.

Erkrankungen der Schilddrüse werden oft nicht rechtzeitig erkannt, weil die auftretenden Symptome in vielen Fällen unspezifisch sind. Außergewöhnliche Müdigkeit über einen längeren Zeitraum? Leistungsabfall? Gewichtsschwankungen bei gleichbleibendem Essverhalten? Oder dauerhaft depressive Verstimmungen? Für all das kann eine Störung der Schilddrüsenfunktion verantwortlich sein. Es ist wichtig, die Aufgaben und mögliche Beeinträchtigungen des Organs zu kennen, um eine Erkrankung frühzeitig zu entdecken und rasch eine geeignete Therapie einzuleiten.

Erkrankungen der Schilddrüse

Die in der Schilddrüse gespeicherten Jodvorräte reichen etwa zwei Monate lang zur Bildung der Hormone T3 und T4 aus. Steht der Schilddrüse längerfristig zu wenig Jod zur Hormonproduktion zur Verfügung, versucht der Körper, dieses Defizit durch eine Zunahme des Drüsengewebes auszugleichen, um die Hormonproduktion konstant zu halten.

Der Jodmangel führt so zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, im Volksmund „Kropf“, in der Fachsprache „Struma“ genannt. Der Kropf verursacht zunächst in der Regel keine Beschwerden, gelegentlich ein lokales Druck- oder Engegefühl und leichte Schluckbeschwerden. Langfristig kann er jedoch die Luft- und Speiseröhre einengen oder auf die Halsvenen drücken.

Meist tritt bei einem Kropf zunächst keine Funktionsstörung der Schilddrüse auf. Die Produktion der Schilddrüsenhormone kann aber bei sehr starkem Jodmangel auch absinken und zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Diese wir jedoch in den meisten Fällen von einer Autoimmunerkrankung verursacht. Symptome sind unter anderem eine Störung des Wohlbefindens, Antriebsschwäche, Konzentrationsschwäche und andauerndes Frieren, langfristig auch Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Depressionen oder Unfruchtbarkeit.

Andererseits können bestimmte Areale in einer Struma sich der Steuerung durch das Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse entziehen und Hormonmengen produzieren, die unabhängig vom Bedarf sind – ein sogenannter „heißer Knoten“ oder autonomes Adenom entsteht. Neben der Schilddrüsenautonomie kann auch noch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion sein. Angstzustände, Schweißausbrüche und plötzliches Abmagern weisen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin.

Wenn in manchen Gewebeanteilen einer vergrößerten Schilddrüse hingegen keine Hormonproduktion mehr stattfindet, wird das als „kalter Knoten“ bezeichnet. In seltenen Fällen werden in einem solchen Gewebebereich krebsartige Veränderungen entdeckt: ein Schilddrüsenkarzinom.

Schilddrüse ist oft schuld an unerfülltem Kinderwunsch

Auch bei unerfülltem Kinderwunsch können die Schilddrüsenhormone eine Rolle spielen. Sie beeinflussen die Hormonproduktion der Eierstöcke sowie der Hoden. Rund ein Drittel aller unerfüllten Kinderwünsche werden von einer – häufig unentdeckten – Schilddrüsenfehlfunktion bei der Frau verursacht. Sind die oft nur sehr kleinen Abweichungen des TSH-Wertes behoben, werden die betroffenen Frauen meist schnell schwanger. Beim unerfüllten Kinderwunsch ist es daher sinnvoll, dass beide Partner ihre Schilddrüsenfunktion untersuchen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.04.2011
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