Scheidenpilz: Ursachen und Risikofaktoren

Durch Milchsäurebakterien in der Scheide wird die natürliche Scheidenflora aufrechterhalten. Sie schützt im Normalfall vor Infektionen. Durch äußere Einflüsse kann die Scheidenflora gestört werden. Dann sind schädliche Keime schneller in der Lage Infektionen in der Scheide auszulösen. Häufig handelt es sich dabei um Pilze – genauer den Hefepilz Candida albicans.

Welche Faktoren können Scheidenpilz (Vaginalmykose) begünstigen?

  • Abwehrschwäche zum Beispiel durch Infektionen
  • bestimmte Grunderkrankungen wie zum Beispiel ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • stark übertriebene Intimhygiene (Intimwaschmittel, -sprays)
  • eng anliegende Kleidung, synthetische Unterwäsche
  • eine extrem zuckerhaltige Ernährung
  • Übertragung von Erregern in der Sauna oder im Schwimmbad

Welche Ansteckungsmöglichkeiten gibt es?

Ansteckungsmöglichkeiten gibt es überall da, wo es warm und feucht ist, also zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, über feuchte Handtücher oder im Schwimmbad. Bei einer normalen Abwehrlage können die Pilze keinen Schaden anrichten. Dafür sorgen insbesondere die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) in der intakten Scheidenflora, die die Vermehrung der schädlichen Keime verhindern. Die Milchsäurebakterien bilden aus den gespeicherten Kohlenhydraten der Scheidenzellen Milchsäure und sorgen so für einen sauren pH-Wert in der Scheide. Bakterien und Pilze werden dadurch in ihrem Wachstum gehemmt.

Erstaunlicherweise sind etwa zehn Prozent aller Menschen mit Candida-Pilzen befallen, haben aber keine Beschwerden. Denn erst wenn das Gleichgewicht der Scheidenflora gestört wird, kommt es zu einer Vermehrung der Pilze und damit zu einer Pilzinfektion.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.04.2011
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Harald Hamacher, Martin A. Wahl: Selbstmedikation Arzneimittelinformation und Beratung in der Apotheke 2006
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