Therapie bei Scheidenpilz

Gegen Scheidenpilz helfen Antipilzmittel in Form von Vaginalzäpfchen oder -cremes. Was Sie dabei beachten und wann Sie einen Frauenarzt aufsuchen sollten.

Suchen Sie den Frauenarzt auf, wenn

  • Sie zum ersten Mal unter einer Infektion im Vaginalbereich leiden
  • die Infektion in der Schwangerschaft auftritt
  • sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nach drei Tagen nicht gebessert haben
  • sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung verschlimmern
  • die Beschwerden mit einer Medikamenteneinnahme in Verbindung gebracht werden können (zum Beispiel Hormonpräparate, Antibiotika)
  • Sie sehr häufig unter einer Pilzinfektion leiden (mehr als viermal im Jahr)
  • Sie unter 18 Jahren sind
  • Sie zusätzlich Fieber, Schmerzen, blutigen Ausfluss oder andere untypische Beschwerden haben

Scheidenpilz: Hilfe aus der Apotheke

Zur Behandlung von Scheidenpilz gibt es verschiedene Antipilzmittel (Antimykotika). Diese Medikamente sind in Form von Vaginalzäpfchen oder -cremes in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Es werden auch Kombinationspackungen mit Vaginalzäpfchen und Vaginalcreme angeboten.

Anwendung von Vaginalzäpfchen

Wenden Sie die Vaginalzäpfchen am besten abends vor dem Schlafengehen an. Bei Kombinationspackungen wird zusätzlich die enthaltene Creme zwei bis drei Mal täglich auf die erkrankten Hautstellen des äußeren Genitalbereiches aufgetragen. Beachten Sie die Hinweise im Beipackzettel. Während der Menstruation sollten die Medikamente nicht angewandt werden.

Clotrimazol, Miconazol, Nystatin: Wirkstoffe gegen Scheidenpilz

Die Wirkstoffe Clotrimazol und Miconazol bekämpfen alle in Frage kommenden Pilze und darüber hinaus noch einige Bakterienarten. Manche Infektionen können bereits mit einer 1-Tagestherapie erfolgreich behandelt werden. Häufiger werden Clotrimazol und Miconazol als 3-Tagestherapie eingesetzt. Als Nebenwirkungen können gelegentlich Rötungen, Stechen oder Brennen auftreten.

Bestimmte Hefepilze reagieren gut auf den Wirkstoff Nystatin. Der Frauenarzt kann durch einen Abstrich den Erreger der Infektion ermitteln. Bei Bedarf können dann gezielt nystatinhaltige Produkte eingesetzt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Das gilt auch für Medikamente, die in der Scheide zur Anwendung kommen. So dürfen viele Medikamente gegen Scheidenpilz nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Genauere Angaben finden Sie im Beipackzettel der einzelnen Produkte.
Wichtiger Hinweis:
Vaginalcremes oder -zäpfchen können die Reißfestigkeit beziehungsweise Sicherheit von Latexkondomen oder Scheidendiaphragmen beeinträchtigen. Beachten Sie die Rubrik „Wechselwirkungen" im Beipackzettel.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.01.2019
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: S2k-Leitlinie: Vulvovaginalkandidose
  • Vaginalmykose. Erst therapieren, dann sanieren: Pharmazeutische Zeitung online
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