Die Wirbelsäule im Kindesalter

Die Wirbelsäule entwickelt sich im Säuglings- und Kleinkindalter harmonisch. Das Kind überlastet die Wirbelsäule nicht. Es trainiert die Muskulatur erst im Liegen (hier vor allem in der Bauchlage), bevor es sich auf den Armen und Händen abstützt, eine Hockstellung einnimmt, sich aufrichtet und die ersten Versuche macht, sich an einem Gegenstand hochzuziehen.

Zwar wird den Müttern von wohlwollenden Bekannten und Verwandten immer wieder gesagt, man dürfe die Kinder nicht frühzeitig laufen lassen, aber dieser Rat ist überflüssig. Wenn die Kinder sich an Gitterstäben oder Möbelstücken hochziehen und allein zu stehen beginnen, droht ihrer Wirbelsäule keine Gefahr mehr. Sobald sie müde werden, setzen oder legen sie sich wieder hin.

Die Befürchtung, dass der kindliche Körper durch frühzeitiges Aufstehen und Laufen geschädigt werden könnte, geht auf die Frühphase der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit war die englische Krankheit, die Rachitis (Vitamin D Mangel), die unter anderem zu einer Verformung des Rückgrats führte, weit verbreitet.

Zwischen dem 8. und 15. Lebensjahr kommt vor allem bei Mädchen in einigen Fällen die seitliche Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) vor. Die gesamte Wirbelsäule gerät bei dieser Erkrankung aus dem Lot. Der Oberkörper verkürzt sich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule