Die Wirbelsäule im Alter

In höherem Alter ist der klassische Bandscheibenvorfall relativ selten, da der innere Druck der Bandscheibe abgenommen hat. Andererseits ist der ältere Mensch nicht vor Komplikationen geschützt. Neben den oben beschriebenen Knochenanbauten an den Rändern der Wirbelkörper können sich Knochenauswüchse an den Wirbelgelenken bilden, die die Nerven bedrängen und reizen (Zervikobrachialgie), sowie ihre Funktion beeinträchtigen können. Die Symptome ähneln oft denen des Ischiasschmerzes oder des Hexenschusses.

Die eigentliche typische Alterskrankheit der Wirbelsäule ist die Osteoporose, die durch eine Verminderung des Knochengewebes gekennzeichnet ist. Mit zunehmendem Lebensalter ändern sich der Stoffwechsel sowie die Zusammensetzung und Masse unseres Körpergewebes. Die Muskulatur verschmächtigt sich, die Haut wird dünner, die Knochendichte nimmt ab. Dieser Prozess ist nicht krankhaft.

Der ältere Mensch stellt sich auf die gewandelten Erfordernisse und den langsameren Lebensrhythmus ein. Natürlich wollen wir auch im Alter aktiv sein, uns bewegen, spazierengehen, wandern, vielleicht auch radfahren oder Tennis spielen. Das Bedürfnis, sich wie ein Jugendlicher zu bewegen und körperliche Höchstleistungen zu erzielen, ist im Allgemeinen nicht mehr vorhanden. Das Leben verläuft in ruhigeren Bahnen. Während somit einer mäßigen Knochenentkalkung kein Krankheitswert zukommt, ist eine ausgeprägte Osteoporose im Alter von 40 oder 50 Jahren anders zu beurteilen.

Deuten die klinischen Zeichen oder das Röntgenbild auf eine frühzeitige Knochenentkalkung hin, so sollte mit speziellen Untersuchungsverfahren eine Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) durchgeführt werden. Eine ausgeprägte Osteoporose ist behandlungsbedürftig.

Alt werden, jung bleiben?

Es bleibt die Frage, wie wir mit einer möglichst gesunden und leistungsfähigen Wirbelsäule alt werden können. Eine allgemeingültige Antwort lässt sich darauf nicht geben. Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Voraussetzungen und hat andere Vorstellungen von seinem Leben.

Sie sollten bedenken, dass auch aktive Menschen eine Grenze haben, die nicht auf Dauer ohne Schaden überschritten werden kann. Sind Sie sich dessen bewusst, dann kann Ihnen durch die körperliche Aktivität kaum ein Nachteil entstehen; ganz im Gegenteil, Sie bleiben tatsächlich länger jung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule