Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben

Bandscheibenveränderungen und Muskelverspannungen sind zwar sehr häufige Ursachen für Rückenschmerzen, aber nicht die Einzigen. Sowohl körperliche Erkrankungen als auch psychische Probleme können außerdem als Auslösefaktor in Frage kommen.

Mann hat Rückenschmerzen © Thinkstock

Nicht immer sind die Bandscheiben schuld

Biochemische und immunologische Prozesse, rheumatische und neurologische Erkrankungen, Erkrankungen der Nieren und Harnwege – all dies kann Rückenschmerzen hervorrufen. Außerdem treten Rückenschmerzen häufig begleitend bei Schlaflosigkeit und bei Magen-Darm-Erkrankungen auf.

Rücken- und Beinschmerzen können auch auf Tumoren im Bereich der Lendenwirbelsäule hinweisen oder auf Tumoren der Nervenfasern oder der Nervenwurzeln innerhalb der Wirbelsäule. Selten kommt es während einer Behandlung mit Medikamenten, die eine sogenannte Bluteindickung verhindern sollen, zu Blutungen im Bereich des Wirbelkanals, die wiederum Rückenschmerzen und Ausfälle der Nervenfunktion zur Folge haben können.

Rückenschmerzen können überdies von den Bändern, den kleinen Wirbelgelenken (Hexenschuss, akuter Schiefhals), den sehnigen Ansätzen der Muskulatur und von den Gelenkkapseln ausgehen und sind häufig dann die Schmerzursache, wenn bereits eine Bandscheibenoperation stattgefunden hat. Bei der Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Schmerzen) rühren die Rückenschmerzen davon her, dass Wirbelnerven von benachbartem Knochen oder der Bandscheiben gedrückt werden.

Bei Frauen schließlich treten Rückenschmerzen oft während der Monatsblutungen und in der Schwangerschaft auf.

Außer den genannten relativ häufigen Ursachen gibt es noch weitere. Deshalb ist es nicht nur ratsam, sondern unbedingt notwendig, dass Sie bei allen hartnäckigen Rückenschmerzen, die längere Zeit andauern, den Arzt aufsuchen.

Rückenschmerzen bei Kindern

Wenn Kinder und Jugendliche unter Rückenschmerzen leiden, müssen die Eltern sie unbedingt dem Arzt vorstellen, damit er rechtzeitig mit einer eventuell nötigen Behandlung beginnen kann. Neben Haltungsschäden sind Wirbelsäulenveränderungen (Skoliose, Morbus Scheuermann, Wirbelgleiten) mögliche Ursachen. Nur in Ausnahmefällen liegt bei Kindern und Jugendlichen den Schmerzen ein Bandscheibenvorfall zugrunde.
Info
Wenn Sie Kinder haben, achten Sie auf eine gute Haltung und darauf, dass sie sich viel bewegen. Bei jedem Verdacht auf Wirbelsäulenbesonderheiten, bei schlechter Körperhaltung und auf alle Fälle bei Schmerzen sollten Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt oder Orthopäden gehen, denn je früher ein Problem entdeckt wird, um so eher kann gezielt etwas dagegen getan werden.

Wenn der Wirbelkanal verengt ist

Zu den häufigen Ursachen für Rückenschmerzen, die nicht auf Bandscheibenprobleme zurückzuführen sind, gehören angeborene oder erworbene Wirbelsäulenveränderungen, beispielsweise die Verengung des Wirbelkanals, die sogenannte Spinalkanalstenose.

Durch Gewebeveränderungen, auch durch Narbengewebe nach Operationen, Wirbelfehlbildungen, Abnützung (Degeneration) und andere Ursachen wird der Raum im Wirbelkanal verringert. Dadurch kommt es bei Bewegung zu einem allgemeinen Druck auf die Nervenfasern. Die Folge sind schmerzhafte Missempfindungen und krampfartige Schmerzen in den Beinen. Beim Bergabgehen verstärken sich die Schmerzen typischer Weise, in Ruhe verschwinden sie durch ein leichtes Rumpfvorbeugen wieder.

Ob eine Spinalkanalstenose vorliegt, stellt der Arzt mit Hilfe der gleichen Untersuchungsmethoden wie bei der Bandscheibenuntersuchung fest.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule