Reiten

Vielleicht wundern Sie sich, wenn das Reiten zu den relativ wirbelsäulenschonenden Sportarten gezählt wird. Entscheidend hierfür sind die aufrechte Haltung des Beckens und der Wirbelsäule sowie die gute Stabilisierung durch Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur.

Der Reiter sitzt nicht passiv im Sattel, er muss seine Muskeln im Rhythmus der Bewegung des Pferdes anspannen. Die Anspreizmuskeln (Adduktoren) der Oberschenkel und die Unterschenkelmuskulatur geben dem Reiter Halt und dämpfen die Bewegungen des Pferdes. Das unwillkürliche, mit dem Schritt des Pferdes einhergehende An- und Entspannen vermeidet eine Überbelastung der Muskulatur.

Während das Reiten bei mäßigen Abnutzungen eine günstige Wirkung hat, sollte beim Vorliegen einer stärkeren Bandscheibenvorwölbung oder eines Vorfalles darauf verzichtet werden. In einer kritischen Situation, in der die volle Reaktionsfähigkeit erforderlich ist, vermag die reflektorische Anspannung der Muskulatur eine Vorwölbung oder einen Vorfall gegen den Nerv zu drücken und eine Schädigung hervorzurufen.

Menschen mit Osteoporose müssen besonders vorsichtig sein. So günstig das Reiten für die Wirbelsäule ist, so gefährlich kann sich ein Sturz auswirken. Schon der unsanfte Fall auf das Gesäß ist in der Lage, mehrere Grund- und Deckplatten der Wirbel einzudrücken. Kompliziertere Brüche haben weitaus gravierendere Konsequenzen.

Ob das Reiten für Sie der richtige Sport ist, hängt von Ihrem körperlichen Befinden ab. Wenn Sie erst neu beginnen möchten und bereits früher Probleme mit der Wirbelsäule hatten, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt oder Orthopäden über Ihre Pläne sprechen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule