Dauerlauf (Joggen)

Viele Menschen joggen, um sich fit zu halten. Zum einen profitieren sie von der günstigen Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, zum anderen fühlen sie sich während und nach dem Laufen viel wohler. Sie gewinnen Abstand vom Stress und den Belastungen des Alltags. Das verbesserte Wohlbefinden lässt sich teilweise auf biochemische Vorgänge zurückführen. Man weiß heute, dass bei einer Dauerbelastung chemische Substanzen (Endorphine) abgesondert werden, die die Schmerzschwelle und das seelische Befinden beeinflussen.

Doch auch aus orthopädischer Sicht sprechen viele Argumente für den Dauerlauf. Beim Laufen muss der Rumpf stabilisiert werden, die Wirbelsäulen- und Bauchmuskulatur wird gekräftigt. Für Menschen, die wegen einer mäßigen Bandscheibenabnutzung gelegentlich an Rückenschmerzen leiden und bei denen eine schwere Erkrankung ausgeschlossen wurde, besteht kein Grund, auf das Joggen zu verzichten.

Sofern Sie bisher nicht gelaufen sind und einen Versuch machen möchten, sollten Sie einen sehr behutsamen Trainingsaufbau wählen. Vermeiden Sie anfängliche Überlastungen, sie verlieren sonst den Spaß. Trauen Sie sich das Laufen nicht zu, dann versuchen Sie eine Kombination von Spaziergang und Dauerlauf. Sie können sich im Gehen von den kleineren Laufetappen wieder erholen.

Im Allgemeinen führt der Dauerlauf zu keiner Verschlechterung der Wirbelsäulensituation. Bei einer starken Bandscheibenabnutzung oder einer Vorwölbung können die Schmerzen jedoch zunehmen. Mit einer weiterführenden Diagnostik kann der Arzt die Ursache feststellen und Ihnen eine Empfehlung für ihr zukünftiges Verhalten geben.
Info
Wenn Sie neu beginnen möchten und Ihnen die Kombination vom Laufen und Spazierengehen nicht zusagt, dann ist es am sinnvollsten, die ersten Runden auf einem Sportplatz zu drehen. Der Untergrund ist eben, und man bekommt einen Überblick über die gelaufene Distanz. Am Anfang reichen vier oder fünf Runden (1.600 bis 2.000 Meter). Richten Sie sich nicht nach anderen Läufern. Lassen Sie sich ruhig überholen. Es ist keine Schande, zwei Runden zu laufen, wenn ein anderer in der gleichen Zeit drei oder vier Runden läuft.

Spaß und Freude können Sie am Laufen nur gewinnen, wenn Sie Ihr eigenes Tempo finden. Verspüren Sie nach dem Dauerlauf ziehende Schmerzen in der Wirbelsäule oder einem Bein, dann sollten Sie vorerst pausieren und Ihren Arzt befragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule