Rückengymnastik: Training gegen Schmerzen

Das beste Mittel gegen Rückenschmerzen ist eine starke Muskulatur. Sie stützt die Wirbelsäule und sorgt für eine aufrechte Körperhaltung. Hier finden Sie eine Vielzahl an einfachen Übungen, die Ihren Rücken schnell zu Kräften kommen lassen.

Rückengymnastik © Thinkstock
Die folgenden Übungen haben sich sowohl bei der konservativen Behandlung von Rückenschmerzen im Allgemeinen als auch bei der Weiterbehandlung nach Bandscheibenoperationen sowie zur Vorbeugung bewährt. Sie arbeiten zunächst mit einer großen Unterstützungsfläche aus einer erleichternden Ausgangsstellung heraus. Die Unterstützungsfläche wird langsam verkleinert, so dass Sie zunehmend an eine aufrechte Körperhaltung herangeführt werden.

Wie arbeiten die Muskeln?

Eine richtige Muskelarbeit ist nur möglich, wenn das Nervensystem funktioniert. Über die Nerven erhalten die Muskeln nämlich den Befehl sich anzuspannen. Hierfür haben wir in der Haut, in den Muskeln und in den Sehnen kleine Messorgane, die dem Gehirn melden, welche Muskelspannung benötigt wird, wie stark die Muskeln im Moment gespannt sind und welche Stellung die Gelenke einnehmen. Im Gehirn werden anschließend weitere Befehle für die Ausführung der Bewegungsabläufe gegeben. Diese Koordinationsleistung des Nervensystems läuft ohne unsere bewusste Beeinflussung ab.

Die Haut und die Muskeln unserer Hände und Füße sind mit diesen kleinen Messorganen gut ausgestattet, da der Körper auf ihre Reaktionsbereitschaft den ganzen Tag angewiesen ist und entsprechend funktionsgerecht antworten muss. Deshalb ist es auch für die Übungen günstig, wenn Sie Ihre Rumpfmuskulatur über den Einsatz von Händen und Füßen kräftigen. Das gute Zusammenspiel zwischen den einzelnen Muskeln und Muskelgruppen und ihre Ansprechbarkeit auf die Befehle des Gehirns werden dadurch gefördert und geübt.
Info
Wenn während oder nach den Übungen Schmerzen auftreten, sollten Sie das Übungsprogramm unterbrechen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und von einer Krankengymnastin oder von einem Krankengymnasten erneut anleiten.

So üben Sie am besten

Sie sollen nicht jeden Tag alle Übungen durchführen. Eine Auswahl - je nach Ihrer Belastungsfähigkeit und der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit - wird Ihnen helfen, aus eigener Kraft durch Bandscheibenschäden bedingte Schmerzen zu bessern. Das ist Ihr persönlicher Beitrag zu Ihrer Gesundheit.

Wenn Sie eine Bandscheibenoperation hinter sich haben, kennen Sie bereits die Übungen zur Frühmobilisation, die sie unter fachlicher Anleitung erlernt haben. Sie wissen auch, dass Sie alle Übungen nicht übertrieben, sondern langsam ausführen müssen, um gute Ergebnisse zu erhalten. Plötzliche Bewegungen sowie Drehbewegungen sind für die Wirbelsäule schädlich, und vor allem nach einer Bandscheibenoperation sollten Sie sie unbedingt vermeiden. Wichtig ist auch die richtige Atemtechnik während der Übungen. Um frei atmen zu können, brauchen Sie nachgiebige Bauchmuskeln. Daher dürfen Sie beim Üben nie bewusst den Bauch einziehen.

Wann Sie nach einer Bandscheibenoperation mit den Übungen beginnen können, legt der Arzt zusammen mit der Krankengymnastin oder dem Krankengymnasten fest. Diese Fachleute bemühen sich, das Übungsprogramm Ihrem Leistungsvermögen anzupassen.
Info
Die Übungen auf den folgenden Seiten sollten Sie immer erst dann allein durchführen, wenn Sie sie zuvor unter der Anleitung einer Krankengymnastin oder eines Krankengymnasten erlernt haben, die auch die Auswahl der für Sie möglichen Übungen treffen werden. Krankengymnastische Übungen dürfen auf keinen Fall Schmerzen verursachen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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