Die Wirbelkörper und das Rückenmark

Die äußeren Begrenzungen der Wirbelkörper bestehen aus festen Rindenknochen (Kortikalis). Dazwischen befindet sich der sogenannte Schwammknochen (Spongiosa), der aus vielen kleinen Verästelungen, den Knochenbälkchen, besteht.

Arzt erklärt Wirbelsäule © iStock
Diese Konstruktion sorgt für eine hohe Stabilität bei niedrigem Gewicht. Die Hohlräume zwischen den Knochenbälkchen sind mit dem Knochenmark ausgefüllt. Das Knochenmark enthält Gewebe, in dem Blutkörperchen gebildet werden. Auf der Rückseite der Wirbelkörper bilden sich, durch knöcherne Ausläufer des Wirbelbogens, die beiden Querfortsätze und der Dornfortsatz.

Die knöchernen Ringe aller Wirbelkörper bilden den sogenannten Wirbelkanal, der das Rückenmark schützt. Dort, wo die Wirbelbögen miteinander in Kontakt stehen, haben sich mit Knorpel überzogene Gelenke gebildet, und zwar je zwei an den Ober- und Unterseiten. Durch diese vielen Gelenke können die Bewegungen der Wirbelsäule sehr fein abgestimmt werden.

Das Rückenmark

Das Rückenmark ist ein Teil des zentralen Nervensystems und sozusagen eine Fortsetzung des Gehirns. Vom Rückenmark gehen Nervenfasern aus, die Bündel bilden – Nervenwurzeln genannt.

Wie das Rückenmark werden auch die Nervenwurzeln von einer harten Haut (Dura mater) umhüllt. Außerdem werden Rückenmark und Nervenwurzeln – wie das Gehirn – von einer Flüssigkeit (Liquor) umspült, die einen zusätzlichen Schutz bietet.

Das Rückenmark ist kürzer als die Wirbelsäule. Deshalb treten die Nervenwurzeln im Bereich der Lendenwirbelsäule tiefer aus, als ihr Abgang aus dem Rückenmark. Das Rückenmark endet bei erwachsenen Menschen in Höhe des ersten oder zweiten Lendenwirbelkörpers. Im Gegensatz zum Hals- und Brustwirbelkanal, wird der größte Teil des Lendenwirbelkanals daher nur noch von Nervenfasern und nicht mehr vom Rückenmark ausgefüllt. Die Nervenwurzeln verlassen den Wirbelkanal durch Zwischenwirbellöcher. Mehrere Nervenwurzeln vereinigen sich dann zu großen Nerven, zum Beispiel zum Ischias Nerv (Nervus ischiadicus).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.04.2018
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – Kurzfassung, 2. Auflage. Version 1. 2017 [cited: 2018-04-16]. DOI: 10.6101/AZQ/000377. www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de
  • Diagnose und Therapie chronischer Rückenschmerzen NVL Rückenschmerz 2010: Interdisziplinäre Schmerztagesklinik Klinikum Nürnberg, 2010.
  • Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion relevanter Empfehlungen für ein DMP Chronischer Rückenschmerz: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2015.