Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Ringelröteln (auch Erythema infectiosum oder fünfte Krankheit genannt) sind eine Virusinfektion, die vor allem im Kindesalter auftritt – meist zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr. Aber auch Erwachsene können erkranken.

Ringelröteln werden durch das sogenannte Parvovirus B19 ausgelöst, das sich durch Tröpfcheninfektion (etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen) oder direkten Kontakt (zum Beispiel beim Händeschütteln) verbreitet. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt – nur bei etwa 15 bis 20 Prozent aller Infizierten zeigen sich Symptome.

Symptome und Verlauf der Ringelröteln

Etwa eine Woche nach der Infektion treten Symptome wie mäßiges Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auf. Kurz darauf sind die Betroffenen jedoch für ein paar Tage wieder beschwerdefrei.

Dann erscheint ein charakteristischer Hautausschlag, der sich vor allem im Gesicht zeigt: Auf Wangen und Nase tritt eine schmetterlingsförmige Hautrötung („slapped cheek“) auf. Hinzukommen können Juckreiz und ein Spannungsgefühl. Nach ein bis zwei Tagen breiten sich die Hautrötungen girlandenförmig auf Arme und Beine aus. Später werden die Flecken zu blassroten Ringeln, von denen die Krankheit ihren Namen hat. Der Ausschlag kann – unterschiedlich stark ausgeprägt – über eine bis mehrere Wochen bestehen bleiben.

Am ansteckendsten sind Betroffene jedoch noch bevor sich Symptome zeigen. Sobald der typische Ausschlag auftritt, besteht praktisch keine Ansteckungsgefahr mehr. Übrigens: Wer sich einmal mit dem Parvovirus B19 infiziert hat, ist sein Leben lang immun dagegen. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es bisher nicht.

Diagnostik und Behandlung von Ringelröteln

Normalerweise lassen sich Ringelröteln anhand des charakteristischen Hautausschlags relativ sicher diagnostizieren. Wenn eine Infektion mit dem Virus therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen könnte – zum Beispiel in der Schwangerschaft – kann der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen.

Die Behandlung erfolgt bei Ringelröteln symptomatisch – zum Beispiel mit Wadenwickeln oder Zäpfchen gegen Fieber oder Antihistaminika gegen starken Juckreiz. Die Ursache – also das Parvovirus B19 – muss der Körper selbst bekämpfen. Wenn der Ausschlag wieder abgeklungen ist, kann die Haut schuppig und rau sein. Dann können rückfettende und feuchtigkeitsspendende Lotionen sowie Ölbäder helfen.

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Gefährlich ist eine Infektion mit dem Parvovirus B19 für nicht-immune Schwangere beziehungsweise für das Kind, denn es kann zu schweren Schädigungen des Ungeborenen kommen. Am kritischsten sind die ersten zwölf Schwangerschaftswochen. Stellt der Arzt in der Schwangerschaft die Diagnose Ringelröteln, wird das Kind fortan wöchentlich mithilfe von Ultraschalluntersuchungen überwacht.

Möglicherweise ist eine sogenannte intrauterine Erythrozytentransfusion notwendig, bei der das Blut des Fötus durch eine Bluttransfusion über die Nabelschnur ausgetauscht wird. Bei unkompliziertem Verlauf der Infektion ist in der Regel nicht mit Fehlbildungen zu rechnen, sodass ein Schwangerschaftsabbruch nicht indiziert ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: Ringelröteln (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/krankheit/show.php3?p=0&id=32&nodeid=61)
  • Deutsches Grünes Kreuz: Ringelröteln (http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/ringelroeteln-erythema-infectiosum.html)
  • Kröner, Carolin/Koletzko, Berthold (2010): Basiswissen Pädiatrie
  • Speer, Christian P./Gahr, Manfred (2009): Pädiatrie
  • Blattmann, Claudia et al. (2012): Kurzlehrbuch Pädiatrie
  • Wessel Lucas et al. (2011): Checkliste Pädiatrie
  • Thomas, Carlos (2010): Atlas der Infektionskrankheiten: Pathologie – Mikrobiologie – Klinik - Therapie
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