Verlauf und Prognose bei rheumatoider Arthritis: Die Krankheit schreitet schubweise fort

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung und verläuft in der Regel fortschreitend über viele Jahre. Meist beginnt die Krankheit zwischen dem fünften und siebten Lebensjahrzehnt (am häufigsten Mitte 50) mit der Entzündung einzelner Gelenke.

Die Gelenke werden durch die Krankheit langfristig zerstört: Es entstehen Stoffe, die gesunde Knorpelzellen angreifen und zerstören. Statt der gesunden Knorpelzellen wachsen veränderte Knorpelzellen nach, die sich massiv im Gelenk ausbreiten und funktionsuntüchtigen Knorpel bilden. Dies führt schließlich zu einer Zerstörung des ursprünglichen Knorpels und des Knochens.

Die rheumatoide Arthritis kann den ganzen Körper betreffen

Doch die Autoimmunreaktion gegen körpereigenes Gewebe kann im weiteren Verlauf auch über die Gelenke hinausgehen und andere Organe betreffen. So kommt es zu den zahlreichen Krankheitszeichen der rheumatoiden Arthritis außerhalb der Gelenke, zum Beispiel zu Herz- und Lungenveränderungen. Außerdem haben Patienten mit rheumatoider Arthritis ein doppelt so hohes Risiko, an bestimmten Blutzell-Krebsarten (Lymphome, Leukämien) zu erkranken.

Unterschiedliche Verläufe sind möglich

Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma) kann unterschiedlich verlaufen. Bei ungefähr jedem fünften Patienten verläuft sie in Schüben, zwischen denen keine oder nur geringe Beschwerden vorhanden sind. Die Langzeitschäden sind bei diesen Patienten meist geringer. Bei jedem zehnten jedoch nimmt die Erkrankung einen sehr schweren Verlauf, das heißt sie führt rasch zu einer Zerstörung der Gelenke und greift auch auf andere Organe über.

Man hat festgestellt, dass unter bestimmten Umständen die Gefahr für einen schweren Krankheitsverlauf der Gelenkentzündung größer ist:

  • Der Rheumafaktor wird schon früh im Verlauf der Erkrankung nachgewiesen.
  • Der Patient ist bei Beginn der Erkrankung über 60 Jahre.
  • Frauen erleiden eine höhere Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit.
  • Menschen ohne stabile soziale Bindungen (Familie, Freunde), mit schlechten ökonomischen Bedingungen und niedrigem Bildungsniveau haben häufiger schwer verlaufende Formen.

Rheumatoide Arthritis ist bis jetzt nicht heilbar

Bislang ist es nicht möglich, die rheumatoide Arthritis zu heilen. Durch moderne Medikamente und frühzeitige Therapie jedoch kann die Prognose verbessert und das Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)
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