Rheumatoide Arthritis: Die Entstehung ist nicht völlig geklärt

Obwohl sehr viel zum Thema rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma) geforscht wird, sind die Ursachen der Erkrankung noch immer nicht völlig geklärt. Klar ist: Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet und Entzündungen in den Gelenken verursacht.

Gene und Umwelteinflüsse

Als auslösende Faktoren werden die Gene und verschiedene Umwelteinflüsse diskutiert. Durch Familienuntersuchungen hat man festgestellt, dass die Neigung zu rheumatoider Arthritis vererbbar ist. Man weiß allerdings nicht, welche Gene die Veranlagung tragen. Die Veranlagung führt zudem nicht unbedingt zur Erkrankung. Ein äußerer Auslöser muss hinzukommen. Hier stehen Infektionskrankheiten und giftige Substanzen wie etwa Zigarettenrauch in Verdacht eine Rolle zu spielen.  

Diese bisher unbekannten auslösenden Faktoren führen dazu, dass bestimmte Zellen des Immunsystems – T-Zellen und B-Zellen – aktiviert werden. Sie setzen in der Synovia, der Gelenkhaut, einen Entzündungsprozess in Gang, an dem noch weitere Zellen des Immunsystems sowie die Zellen der Gelenkhaut selbst beteiligt sind. Bei der Aktivierung und Steuerung der verschiedenen Zellen spielen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die sogenannten Zytokine, eine wesentliche Rolle.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)
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