Basistherapeutika bei rheumatoider Arthritis: D-Penicillamin

D-Penicillamin gehört zu den Basistherapeutika gegen die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma). Das Medikament wird auch bei der Behandlung von Schwermetallvergiftungen angewendet.

Der Wirkstoff wird als Tablette gegeben. Die Dosis wird langsam gesteigert („Einschleichen“), bis die gewünschte Menge erreicht ist. Die Tabletten müssen 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden.

Wirkungsweise

Der genaue Wirkmechanismus von D-Penicillamin ist nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Wirkung auf einer Beeinflussung der körpereigenen Abwehr beruht.

Behandlungsdauer

D-Penicillamin wird als Dauertherapie eingesetzt. Mit einer Wirkung ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn nach sechs Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden. Gelegentlich wird eine Dosissteigerung nötig.

Nebenwirkungen

Häufig können Übelkeit, Geschmacksstörungen und Entzündungen an Haut und Schleimhäuten auftreten. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Nieren, Leber oder das blutbildende System betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher zunächst alle ein bis zwei Wochen, ab dem dritten Monat alle vier Wochen Blut und Urin.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

D-Penicillamin darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden. Auch bei Knochenmarkschäden, Nieren- und Leberschäden und bestimmten Bindegewebserkrankungen sollte das Medikament nicht gegeben werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)