Basistherapeutika bei rheumatoider Arthritis: Methotrexat

Methotrexat, ein Folsäureantagonist, gehört zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma). Es gilt als eines der wirksamsten Arzneimittel bei der Gelenkentzündung. Das Medikament wird nur einmal wöchentlich gegeben, entweder als Tabletten oder als Spritze. Spritzen werden häufig besser vertragen als Tabletten. Die Injektion kann in unterschiedliche Gewebe erfolgen. Methotrexat wird – in höheren Dosierungen – auch in der Krebsbehandlung eingesetzt.

Wirkungsweise

Methotrexat hemmt Entzündungszellen (aktivierte Lymphozyten) und verlangsamt die Wucherung der Gelenkinnenhaut. Hierdurch wird das Fortschreiten der Krankheit verzögert.

Behandlungsdauer

Methotrexat wird als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Mit einer Wirkung ist nach vier bis acht Wochen zu rechnen. Wenn nach vier Monaten trotz Dosissteigerung keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind Entzündungen der Mundschleimhaut, Haarausfall, Übelkeit und Magenschmerzen. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Niere, Leber oder die Blutbildung betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher im ersten Monat der Therapie wöchentlich, im zweiten und dritten Monat alle zwei Wochen und ab dem vierten Monat alle vier Wochen die Blutwerte.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Während einer Therapie mit Methotrexat und bis drei Monate nach Absetzen des Medikaments darf es nicht zu einer Schwangerschaft kommen. Auch Männer sollten ausreichend verhüten, wenn sie mit Methotrexat behandelt werden. Während der Stillzeit darf das Arzneimittel ebenfalls nicht genommen werden. Darüber hinaus sollte das Medikament bei einer Vielzahl schwerer Erkrankungen nicht gegeben werden.

Patienten, die mit Methotrexat behandelt werden, sollten keinen Alkohol trinken und sich nur nach Rücksprache mit dem Arzt impfen lassen. Die Einnahme von Methotrexat kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder abschwächen. Vor einer Operation ist eine Therapieunterbrechung – in Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen – nicht unbedingt notwendig. Nach dem Absetzen von Methotrexat kann es zu einem erneuten Krankheitsschub kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)