Basistherapeutika bei rheumatoider Arthritis: Antimalariamittel

Antimalariamittel gehören zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma). Bevor ihre Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen zufällig festgestellt wurde, wurden sie für die Behandlung und Vorbeugung der Tropenkrankheit Malaria eingesetzt – daher der Name. Zur Anwendung kommen die Wirkstoffe Chloroquin und Hydrochloroquin. Beide gibt es nur als Tabletten.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise bei rheumatischen Erkrankungen ist nicht völlig geklärt. Vermutlich verhindern Antimalariamittel wesentliche Schritte der Entzündungsreaktion.

Behandlungsdauer

Antimalariamittel werden als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn sie nach sechs Monaten keine Wirkung zeigen, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer Basistherapie mit Antimalariamitteln sind zumeist harmlos. Sie bestehen in Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder verstärkter Müdigkeit. Problematischer sind Nebenwirkungen am Auge, vor allem Netzhautveränderungen. Daher muss vor Beginn und alle sechs Monate während der Therapie eine augenärztliche Kontrolle durchgeführt werden. Wegen möglicher Blutbildveränderungen sollte auch das Blut alle zwei Monate überprüft werden, zu Beginn der Therapie sogar alle zwei Wochen.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Die wichtigsten Gegenanzeigen für Antimalariamittel sind bestehende Augenerkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit. Das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sich durch Alkoholgenuss. Da Antimalariamittel die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen können, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt immer über alle Medikamente informieren, die Sie einnehmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)