Andere Krankheiten mit gleichen Symptomen wie bei rheumatoider Arthritis

Neben der rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma) gibt es andere entzündliche Gelenkerkrankungen:

Akuter Gelenkrheumatismus ("Rheumatisches Fieber")

Das rheumatische Fieber tritt nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien (beta-hämolysierenden Streptokokken) auf. Die Gelenke werden durch Zusammenlagerungen von Bestandteilen dieser Bakterien und Antikörper (Immunkomplexe) geschädigt. Durch den Einsatz von Antibiotika ist das rheumatische Fieber selten geworden.

Morbus Bechterew (Spondylarthritis ankylopoetica)

Bei der Bechterewschen Krankheit, die vorwiegend Männer befällt, versteift die Wirbelsäule zunehmend in Beugestellung. Die Krankheit tritt familiär gehäuft auf. Bei 90 Prozent der erkrankten Patienten lässt sich ein bestimmtes genetisches Merkmal (HLA B27) nachweisen.

Juvenile chronische Polyarthritis (Morbus Still)

Diese Krankheit tritt schon in der Kindheit auf. Sie kann dann wie die rheumatoide Arthritis verlaufen. Häufig sind innere Organe von der Entzündung betroffen.

Reiter-Syndrom

Beim Reiter-Syndrom treten zur Gelenkentzündung zusätzlich eine Entzündung der Harnröhre und der Augen auf.

Lyme-Arthritis (Borreliose)

Die Lyme-Arthritis wird durch Zeckenbisse übertragen und kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Therapie sollte so früh wie möglich einsetzen, um Spätschäden zu vermeiden.

Gelenkentzündungen bei anderen Krankheiten

Gelenkentzündungen treten bei der Schuppenflechte (Psoriasis) und bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auf. Die rheumatoide Arthritis findet sich auch häufig in Verbindung mit Bindegewebskrankheiten (Kollagenosen).
Gesicherte Diagnose
Nur die Gesamtheit aller Beschwerden und Symptome, unter denen ein Patient leidet gibt letztendlich Aufschluss darüber welche Erkrankung tatsächlich vorliegt. Krankheiten, die bei der Diagnostik aufgrund sehr ähnlicher oder nahezu identischer Symptomkomplexe ebenfalls in Frage kommen, werden als Differenzialdiagnosen bezeichnet. Der Arzt schließt diese mittels der sogenannten Differenzialdiagnostik als Ursache aus, bevor er mit der Therapie beginnt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)
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