Diagnostik der rheumatoiden Arthritis: Die Erkrankung zeigt sich im Blut

Findet irgendwo im Körper eine Entzündung statt, kann man so gut wie immer Zeichen dafür im Blut finden. Diese Zeichen nennt man unspezifische Entzündungszeichen. Unspezifisch, weil sie zwar auf eine Entzündung hinweisen, der genaue Ort aber unklar ist. Sie können der erste Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma) sein, noch bevor der Patient belastende Beschwerden bemerkt.

Zu den unspezifischen Entzündungszeichen gehören:

  • eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit; dies ist die Zeit, in der sich in einem Röhrchen die festen Bestandteile des Blutes auf den Boden absenken. Bei einer Entzündung findet dies schneller als sonst statt.
  • das C-reaktive Protein (CRP); dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der bei Entzündungen in größerer Menge produziert wird.
  • eine Blutarmut (Anämie), also eine Verminderung der roten Blutkörperchen.

Neben den unspezifischen Laborzeichen gibt es Laborwerte, die etwas sicherer auf eine rheumatoide Arthritis hinweisen:

  • der Rheumafaktor; dieser Eiweißstoff gehört zu der Gruppe der Antikörper (ein Teil der "Waffen" des Abwehrsystems des Körpers). Der Rheumafaktor ist bei drei von vier Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisbar, allerdings kann er auch bei anderen Erkrankungen beziehungsweise völlig gesunden Menschen auftreten.
  • antinukleären Antikörper (ANA); sie kommen bei zirca einem Drittel der Patienten vor.
  • der Anti-Citrullin-Antikörper; dieser Antikörper lässt sich bei der Hälfte aller Patienten nachweisen. Bei einem Nachweis kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass eine rheumatoide Arthritis vorliegt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis (2011)
  • D’Aura Swanson et al.: Tyrosine kinases as targets for the treatment of rheumatoid arthritis (2009)
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