Ursachen und Risikofaktoren von Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prinzipiell kann jeder Mann Prostatakrebs (Prostatakarzinom) bekommen. Jedoch gibt es einige Faktoren, die Einfluss auf das persönliche Risiko für diese Erkrankung haben. Den wichtigsten Risikofaktor stellt das Alter dar, denn Prostatakrebs betrifft hauptsächlich ältere Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren.

Unter 50-Jährige erkranken nur extrem selten an einem Prostatakarzinom, weshalb die Früherkennungsuntersuchung erst ab dem 45. Lebensjahr empfohlen wird. Über 80 Prozent der Männer erhalten die Diagnose Prostatakrebs erst mit über 60 Jahren. Das Risiko für diese Krebserkrankung steigt mit dem Alter: Vom 50. bis zum 85. Lebensjahr erhöht es sich um das 40-Fache.

Risikofaktor für Prostatakrebs: die Gene

Auch die Gene stellen einen Risikofaktor für ein Prostatakarzinom dar, in bestimmten Familien tritt es vermehrt auf. Das allgemeine Risiko für Prostatakrebs liegt für Männer bei etwa 13 Prozent. Wenn der Vater oder ein Bruder daran erkrankt ist, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit. Leiden weitere Familienmitglieder unter dieser Krankheit, kann das Risiko sogar bis zu 50 Prozent betragen.

Risikofaktoren für Prostatakrebs: ethnische Herkunft und Ernährung

Auch die ethnische Herkunft kann das Risiko für Prostatakrebs beeinflussen. Schwarzafrikaner erkranken besonders häufig, am seltensten bekommen Ostasiaten ein Prostatakarzinom. Woran das liegt, ist nicht bekannt. Hier könnte neben den Genen auch die unterschiedliche Ernährung eine Rolle spielen. Denn es scheint wahrscheinlich, dass die Ernährung einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung von Prostatakrebs hat.

Zum Beispiel wird eine fettreiche Kost mit einem hohen Anteil an rotem Fleisch als Ursache für ein höheres Prostatakrebsrisiko vermutet. Lange wurde auch ein erhöhtes Risiko für Männer angenommen, die sich ballaststoffarm ernähren. Eine fettarme Ernährung soll das Risiko für ein Prostatakarzinom dagegen senken. Außerdem könnte eine Unterversorgung mit Vitamin D die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöhen, wissenschaftliche Beweise gibt es dafür bis jetzt allerdings noch nicht. Ähnlich verhält es sich mit Selen. Lycopene, die beispielsweise in Tomaten enthalten und dort mitunter für die rote Farbe verantwortlich sind, haben antioxidative Eigenschaften und sollen deshalb dem Wachstum eines Tumors entgegenwirken.

Risikofaktor für Prostatakrebs: die Hormone

Auch Testosteron hat Einfluss auf ein Prostatakarzinom. Denn ohne das männliche Geschlechtshormon kann es nicht wachsen. Zum Beispiel wurde Prostatakrebs bei Männern, die ihre Hoden, in denen das Testosteron produziert wird, bereits vor der Pubertät verloren hatten und bei denen das Hormon nicht durch Medikamente ersetzt worden war, bis heute noch nicht beobachtet. Allerdings gilt das männliche Geschlechtshormon dabei nicht als Auslöser des Prostatakarzinoms, sondern als Wachstumsförderer.

Auch das metabolische Syndrom steigert das Risiko für Prostatakrebs. Rauchen wiederum erhöht das Risiko für die Entwicklung eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms und einen Rückfall. Zudem steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, am Prostatakarzinom zu sterben.

Risikofaktor für Prostatakrebs: Umweltfaktoren

Welchen Einfluss Umweltfaktoren auf das Prostatakarzinomrisiko haben, darüber weiß man bis jetzt noch recht wenig. Jedoch zeigen Studien, dass Landwirte sowie Arbeiter, die während Schweiß- und Galvanisierungsarbeiten mit metallischem Kadmium in Kontakt kamen, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs erkranken. Ebenso erhöht sich das Erkrankungsrisiko bei Arbeitern in der Gummiindustrie. Für einige diskutierte Risikofaktoren konnte bis jetzt jedoch noch kein erhöhtes Risiko für ein Prostatakarzinom nachgewiesen werden: Dazu zählen zum Beispiel ein erhöhter Alkoholkonsum, eine geringe Sexualaktivität sowie eine Sterilisation mittels Durchtrennung der Samenleiter.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs – Vorbeugung: Wenige Risikofaktoren bekannt (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/risikofaktoren.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Ursachen und Risikofaktoren (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Zentrum für Krebsregisterdaten: Krebs in Deutschland 2007/2008. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.
  • Kenfield SA et al.: Smoking and prostate cancer survival and recurrence. JAMA 2011 Jun 22/29; 305:2548.
  • Cancer Epidemiol Biomerkers Prev 2008; Infect Agent Cancer 2007; 2: 19.
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
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