Therapie bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom): Operation

Wenn der Krebs auf die Prostata beschränkt ist – also noch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet hat – versucht man, den Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zu heilen, indem man die Prostata unter Vollnarkose in einer Operation entfernt. Diese Operation nennt man radikale Prostatektomie (RPE).

Im Normalfall entfernt der Arzt bei der Operation neben der Prostata auch die Blasendrüsen, zudem eventuell die Lymphknoten im Beckenbereich.

Operationsformen bei Prostatakrebs

Die Operation ist auf unterschiedlichen Wegen möglich – etwa durch einen Schnitt oberhalb des Schambeins, also durch den Bauchraum hindurch (retropubische radikale Prostatektomie). Bei dieser Methode ist es während des Eingriffs möglich, zusätzlich Lymphknoten aus dem Beckenbereich zu entfernen. Die Operation kann auch durch einen Schnitt im Dammbereich – also zwischen Hodensack und After (perineale radikale Prostatektomie) – erfolgen. Bei diesem Vorgehen ist unter Umständen noch eine Bauchspiegelung nötig, um Lymphknoten im Beckenbereich zu entnehmen.

Mittlerweile besteht auch die Möglichkeit, eine radikale Prostataentfernung mittels Schlüssellochtechnik – auch minimal-invasive laparoskopische radikale Prostatektomie genannt – durchzuführen. Diese Methode erfordert jedoch spezielle Instrumente und viel Erfahrung des operierenden Arztes.

Inzwischen können dem Arzt während einer solchen Operation auch spezielle Robotersysteme helfen. Welche Operationsform die richtige ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten beim Patienten ab.

Nach der Operation von Prostatakrebs

Nach der Prostataentfernung wird die Harnröhre wieder mit der Harnblase verbunden. So kann der Urin auf natürlichem Wege abfließen. Jedoch erhält der Patient zunächst einen Blasenkatheter, bis die Wunde verheilt ist. Neben den üblichen Komplikationen, die nach einer Operation vorkommen können (zum Beispiel Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen), gibt es bei der radikalen Prostatektomie einige zusätzliche Besonderheiten. Zum Beispiel leiden manche Patienten nach dem Eingriff an Inkontinenz oder Impotenz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakarzinom, Therapieverfahren: Operation (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-operation.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Therapie (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
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