Therapie bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom): Hormontherapie

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) braucht das männliche Geschlechtshormon Testosteron oder verwandte Hormone, damit der Tumor wachsen kann. Diese Tatsache machen sich Ärzte bei der Hormontherapie zunutze. Da Hormone im gesamten Körper wirken, können mithilfe dieser Therapie Prostatakarzinome gut behandelt werden, die sich bereits im Körper ausgebreitet, also Metastasen gebildet haben.

Heilen lässt sich der Prostatakrebs durch eine Hormontherapie zwar nicht, jedoch kann sie bei vielen Patienten über Monate bis Jahre verhindern, dass das Prostatakarzinom weiterwächst. Bei dieser Therapie des Prostatakrebses können Nebenwirkungen ähnlich den Wechseljahresbeschwerden der Frau auftreten – zum Beispiel Hitzewallungen. Oft ist durch die Hormontherapie auch die Lust auf Sex gemindert.

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Arten der Hormontherapie:
  • Die männlichen Geschlechtshormone werden ausgeschaltet (Hormonentzug).
  • Die männlichen Geschlechtshormone werden blockiert (Androgenblockade).
  • Die männlichen Geschlechtshormone werden durch weibliche überdeckt (Östrogentherapie).
Beim Hormonentzug entfernen die Ärzte entweder die Hoden, in denen das Testosteron produziert wird, oder sie verabreichen dem Patienten spezielle Medikamente (GnRH-Blocker oder LHRH-Analoga genannt), die die Hormonproduktion bremsen. Da die Entfernung der Hoden (Orchiektomie) für viele Männer eine enorme psychische Belastung darstellt, wird in den meisten Fällen die Variante mit GnRH-Blockern gewählt. Die Hormonblockade wird mit sogenannten Antiandrogenen durchgeführt, die am Bestimmungsort die Wirkung des Testosterons ausschalten. Eine Östrogentherapie setzen Ärzte meistens dann ein, wenn andere Formen der Hormontherapie nicht mehr möglich sind, weil mit Herzproblemen oder Thrombosen zu rechnen ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs: Hormonelle Therapie und Hormonentzug (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-antihormontherapie.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Therapie (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
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