Die Therapie bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Abhängig vom Befund und dem Alter des Patienten bestehen verschiedene Möglichkeiten für die Therapie von Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Möglicherweise ist es sogar ausreichend, das Prostatakarzinom lediglich zu beobachten.

Abhängig vom Zustand des Patienten nennt man dieses Vorgehen Active Surveillance (bei Niedrigrisikotumoren, um die heilende Therapie hinauszuzögern, bis der Tumor Fortschritttendenz zeigt) oder Watchful Waiting (bei Patienten, deren Allgemeinzustand eine heilende Behandlung nicht rechtfertigen würde). In beiden Fällen kann dann – je nach Befinden des Patienten – individuell ein Therapiebeginn besprochen werden.

Therapie bei Prostatakrebs: Operation, Bestrahlung, Hormontherapie

Ansonsten können Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie bei der Behandlung zum Einsatz kommen. Wenn der Tumor bereits gestreut hat, sich also Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet haben, werden unter Umständen vordergründig Komplikationen wie Knochenschmerzen behandelt.

Für alternative Therapieverfahren wie die Hyperthermie, die Kryotherapie und die HIFU-Therapie (Hochintensive Fokussierte Ultraschall-Therapie) ließen sich bisher keine ausreichend sicheren Therapieerfolge nachweisen. Derzeit werden hierzu noch Studien durchgeführt. Deshalb kann die Deutsche Gesellschaft für Urologie im Moment noch keine allgemeingültige Therapieempfehlung aussprechen.

Chemotherapie bei Prostatakrebs?

Derzeit kommt die Chemotherapie zum Einsatz, wenn der Prostatakrebs nicht (mehr) auf Hormone anspricht (hormonrefraktär). Jedoch sind die Nebenwirkungen teilweise erheblich, weshalb immer für den Patienten individuell abzuwiegen ist, ob der potentielle Nutzen gegenüber den zu erwartenden Nebenwirkungen und den Einschränkungen der Lebensqualität voraussichtlich überwiegt. Das optimale Vorgehen in einem solchen Fall ist momentan jedoch noch nicht geklärt. Bisher konnte ein positiver Effekt auf die Überlebensdauer durch die Chemotherapie nicht gesichert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs: Behandlungsplanung – stadiengerechte Therapie (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung.php)
  • Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs und Chemotherapie (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-chemotherapie.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Therapie (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung