Die Stadien von Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Damit sich der Arzt ein Urteil über die Heilungschancen des Patienten bilden kann, bestimmt er das Stadium des Prostatakrebses (Prostatakarzinom). Dabei wird der Prostatakrebs in die sogenannte TNM-Klassifikation eingeteilt:

  • T steht für den Tumor: Hier wird dessen Größe und Ausbreitung beschrieben, also ob der Tumor auf die Vorsteherdrüse beschränkt ist, bereits die Kapsel durchbrochen hat oder sogar schon in Nachbarorgane eingewachsen ist (T1-T4).
  • N steht für die Lymphknoten: Es wird differenziert, ob, wie viele und an welchem Ort der Prostatakrebs schon Lymphknoten befallen hat (N0-N3).
  • M steht für Metastasen: Hier wird beschrieben, ob es bereits Metastasen gibt (M1) oder nicht (M0).
Bei der TNM-Klassifikation gilt: Je niedriger die Zahl hinter dem Buchstaben, desto besser sind die Chancen auf Heilung des Prostatakarzinoms.

Weitere Werte zur Tumorbeurteilung: Grading und Gleason-Score

Lange wurde auch das Grading der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herangezogen, um das Tumorgeschehen zu beurteilen. Der Pathologe teilt hierfür das Prostatakarzinom nach seinen Zelleigenschaften ein. Der Prostatakrebs gilt als besonders aggressiv, wenn die Zellen stark von normalen Prostatadrüsenzellen abweichen.

International gebräuchlicher als das Grading ist bei der Stadieneinteilung von Prostatakrebs jedoch der sogenannte Gleason-Score, der die Wachstumsmuster im Tumorgewebe beschreibt. Ein Punktwert von eins bis fünf gibt die Abweichung verdächtiger Zellen vom normalen Zellaussehen an. Untersucht werden alle sichtbaren Zellen in einer Probe. Wichtig sind die Werte der beiden häufigsten Zellgruppen in der Probe, deren Summe den Gleason-Score ergibt. Als günstigster Wert gilt 2 (1+1), als ungünstigster 10 (5+5).

Lebenserwartung hängt vom Stadium des Prostatakarzinoms ab

Die Lebenserwartung des Patienten hängt vom Stadium des Prostatakrebses ab: Wenn der Tumor innerhalb der Kapsel wächst, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Langzeitheilung bei ungefähr 90 Prozent. Hat er die Kapsel bereits durchbrochen, sinken die Chancen auf etwa 50 Prozent. Nicht mehr heilbar ist der Prostatakrebs, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Jedoch kann das Prostatakarzinom durch eine geeignete Therapie am weiteren Wachstum gehindert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs: Befunde kennen und verstehen (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/befunde.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Klassifikation des Krankheitsstadiums (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
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