Prostatakrebs (Prostatakarzinom) und Inkontinenz

Manchmal kann als Folge einer Operation oder Bestrahlung bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom) eine Harninkontinenz – also ein nicht beeinflussbarer Urinabgang – auftreten. Häufig besteht diese Störung nur vorübergehend, eine dauerhafte Inkontinenz ist eher selten.

Bei einer Prostataentfernung ist es notwendig, Teile der inneren Blasenschließmuskulatur, die nicht willentlich gesteuert wird, zu entfernen. Das kann leicht zu einer Inkontinenz führen. Ein konsequentes Beckenbodentraining kann jedoch bewirken, dass der äußere, willentlich steuerbare Schließmuskel die Verschlussfunktion nach und nach alleine übernimmt. Nur äußerst selten wird bei der Operation auch der äußere Schließmuskel verletzt.

Meist leiden die Betroffenen nach der Operation an einer sogenannten Stress- oder Belastungsinkontinenz: Das heißt, kleine Mengen Urin treten besonders bei körperlicher Belastung, Husten, Niesen oder Pressen aus. Bis diese Patienten ihre Kontinenz wiedererlangt haben, können sie sich mit saugfähigen Einlagen behelfen, die den Urin auffangen.

Inkontinenz nach Bestrahlung bei Prostatakrebs

Auch nach einer Bestrahlung bei Prostatakrebs ist Inkontinenz möglich, da sich dabei das Gewebe verändert. Neben dem Schließmuskel kann auch das Blasengewebe betroffen sein. Die Folge: Die Blase reagiert bereits auf sehr geringe Urinmengen mit Harndrang. Auch Krämpfe und ein unwillkürlicher Abgang von Urin können vorkommen. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Dranginkontinenz, gegen die Medikamente helfen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs: Leben mit der Erkrankung und ihren Folgen (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/leben.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs – Besonderheiten (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S2 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Patientenleitlinie Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
  • Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs – Information für Männer (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung