Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Meistens wird die Prostata von Männern lange überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Erst wenn das Organ Probleme macht, merken sie, dass es überhaupt existiert.

nachdenklicher Mann © Thinkstock
Zum einen können diese Probleme durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata verursacht werden, aber auch durch Krebs. Denn bei Männern ist Prostatakrebs (Prostatakarzinom) der häufigste bösartige Tumor.

Bei den tödlich verlaufenden Krebserkrankungen nimmt Prostatakrebs den dritten Platz ein. Wenn Männer erkranken, sind sie im Durchschnitt 70 Jahre alt, vor dem 50. Lebensjahr tritt ein Prostatakarzinom kaum auf. Seit rund 30 Jahren nimmt die Häufigkeit dieser Krebsart zu, jedoch nicht die Zahl der Patienten, die an Prostatakrebs versterben. Warum das so ist, ist bis jetzt noch nicht ganz klar. Allerdings könnte eine Erklärung dafür darin liegen, dass Männer heute immer älter werden. Auch die Früherkennungsuntersuchungen dürften einen Teil dazu beitragen, da inzwischen mehr Tumoren entdeckt werden als früher.

Aufgaben der Prostata

Bei der Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, handelt es sich um eine sogenannte akzessorische Geschlechtsdrüse (neben den Hoden, den eigentlichen Keimdrüsen). Sie befinden sich zwischen Enddarm und Blase. Weitere akzessorische Geschlechtsdrüsen sind die beiden Bläschendrüsen (Samenbläschen) und die Cowperschen Drüsen (Bulbourethraldrüsen).

Die Prostata umschließt den Anfangsteil der Harnröhre. Ist sie gesund, ist sie in Größe und Form ungefähr mit einer mittelgroßen Kastanie vergleichbar. Die Vorsteherdrüse ist für die Produktion eines dünnflüssigen, milchigen Sekrets zuständig, das zusammen mit dem Sekret der Bläschendrüsen den größten Teil der Samenflüssigkeit bildet. Dieses Sekret ermöglicht die Beweglichkeit und die Befruchtungsfähigkeit der Spermien. Außerdem scheint die Prostata bei der sexuellen Erregung eine Rolle zu spielen, weshalb sie gelegentlich als männlicher G-Punkt bezeichnet wird.

Gutartige Vergrößerungen der Prostata

Bei vielen älteren Männern kommt es zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, auch benigne Prostatahyperplasie (kurz: BPH) genannt. Diese gutartige Wucherung zeigt sich durch typische Beschwerden beim Wasserlassen – zum Beispiel einem abgeschwächten Harnstrahl, Nachträufeln und häufigem Harndrang. Betroffene Männer sollten die gutartige Prostatavergrößerung von einem Urologen behandeln lassen.

Prostatakrebs bleibt oft lange Zeit unentdeckt

Doch nicht immer sind Wucherungen der Prostata gutartig. Im Gegensatz zu gutartigen Prostatavergrößerungen entstehen Prostatakarzinome meist im äußeren Teil der Prostata, also weiter entfernt von der Harnröhre, weshalb sie häufig lange Zeit unentdeckt bleibt. Denn im Frühstadium sind die Symptome von Prostatakrebs meist sehr unspezifisch. Normalerweise funktioniert zunächst auch das Wasserlassen normal.

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, kommen bei Verdacht auf Prostatakrebs verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz: der transrektale Ultraschall (TRUS), die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Biopsie. Knochenmetastasen lassen sich mithilfe einer Skelettszintigrafie feststellen.

Auch für die Therapie von Prostatakrebs stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: das sogenannte Watchful Waiting beziehungsweise die Active Surveillance, eine Operation, eine Strahlentherapie oder eine Hormontherapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.05.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Johannes Weiß, Medizinjournalist; Christian Grundmann, Medizinredakteur; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs – eine Einführung (http://www.krebsinformation.de/tumorarten/prostatakrebs/einfuehrung.php)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs, Prostatakarzinom, Krebs der Vorsteherdrüse (http://www.deutschekrebsgesellschaft.de)
  • Zentrum für Krebsregisterdaten: Krebs in Deutschland 2007/2008. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.
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