Therapie bei Prämenstruellem Syndrom: Pflanzliche Mittel

Um die Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms (PMS) zu lindern, können auch Naturheilmittel eingesetzt werden.

Mönchspfeffer

Naturheilmittel, die Keuschlamm (Mönchspfeffer, Vitex agnus castus) enthalten, wirken ausgleichend auf den Hormonhaushalt. Die schwarzen Früchte haben je vier Samen, die pfefferartig scharf schmecken. Keuschlamm oder Mönchspfeffer gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse. Viele Frauen haben beim Prämenstruellen Syndrom, Zyklusunregelmäßigkeiten oder Mastodynie (Spannungsgefühl in den Brüsten) gute Erfahrungen damit gemacht. Eine Studie mit 170 Frauen konnte den positiven Einfluss von Keuschlammextrakten bei leichten bis mittelstarken prämenstruellen Beschwerden bestätigen.

Die Hersteller empfehlen die regelmäßige Anwendung der Medikamente über einen längeren Zeitraum (mindestens drei Regelzyklen). Es gibt Tabletten, Kapseln und Tropfen. Schwangere und Stillende dürfen diese Produkte nicht anwenden, da keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung bei diesen Personengruppen vorliegen. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit gibt es noch nicht.

Mittel gegen depressive Verstimmungen und Wassereinlagerungen

Depressive Verstimmungen im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms können mit Johanniskrautpräparaten behandelt werden. Allerdings können diese Präparate die Wirkung von vielen anderen Medikamenten beeinflussen – beispielsweise können sie die Wirkung von oralen Kontrazeptiva (Pille) einschränken.

Bei Wassereinlagerungen helfen Tees mit Arzneipflanzen wie Birkenblättern, Hauhechelwurzel, Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter oder Brennnesselblättern.

Mittel gegen Kopfschmerzen

Wenn im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms auch Kopfschmerzen auftreten, können diese mit Pfefferminzöl behandelt werden. Tragen Sie das Öl auf Schläfen und Stirn auf. Es kühlt und wirkt gefäßerweiternd und muskelentspannend. Dadurch lassen die Kopfschmerzen nach oder verschwinden ganz. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die diese Wirkung des Pfefferminzöls bestätigen. Bislang sind keine Nebenwirkungen bekannt, sodass das Pflanzenöl auch bei Jugendlichen ohne Bedenken angewandt werden kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study. Schellenberg R., British Medical Journal 322, 2001, 134
  • Pharmazeutische Zeitung online: B-Vitamine: Unerlässlich für den Stoffwechsel (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=39550)
  • Chocano-Bedoya, Patricia et al.: Dietary B vitamin intake and incident premenstrual syndrome (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3076657/)
  • Gynäkologische Psychosomatik Universitätsklinikum Bonn: Das Prämenstruelle Syndrom (http://www.femina.uni-bonn.de/Infoblaetter/PatInfo_PMS.pdf)
  • Forschende Komplementärmedizin und klassische Naturheilkunde: Kongressbericht 7th Annual Symposium on Complementary Health Care (https://epub.ub.uni-muenchen.de/18984/1/oa_18984.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung