Polyzystische Lebererkrankung (PCLD, Zystenleber)

Die polyzystische Lebererkrankung (PCLD) – auch Zystenleber genannt – ist eine seltene Leberkrankheit, bei der das Organ von flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen, sogenannten Zysten, durchsetzt ist. Ursache für die Zystenleber sind Genmutationen auf den Chromosomen 19 und 6. Die Erkrankung kann sowohl vererbt werden als auch sporadisch auftreten – also ohne Vorbelastung des Erbmaterials.

Symptome der polyzystischen Lebererkrankung

Die Zysten nehmen bei der polyzystischen Lebererkrankung mit der Zeit an Menge und Größe zu. Das führt zu einer Vergrößerung der Leber. Dadurch kann es zu Druckgefühlen und Schmerzen im Oberbauch sowie zu einer Zunahme des Bauchumfangs kommen. Drückt die vergrößerte Leber auf Magen und Darm, treten häufig Beschwerden wie Appetitmangel, ein frühes Sättigungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust auf. Hinzukommen können Beschwerden wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen. Die Leberfunktion bleibt bei der Zystenleber jedoch meist lange erhalten.

Diagnostik und Behandlung der polyzystischen Lebererkrankung

Das Vorliegen einer polyzystischen Lebererkrankung lässt sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) recht einfach bestätigen. Mit Computer- oder Magnetresonanztomografie ist eine genauere Diagnose möglich. Häufig sind bestimmte Leberwerte geringfügig erhöht.

Die polyzystische Lebererkrankung ist eine gutartige Krankheit und muss nur dann behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursacht. Zur Behandlung kommen verschiedene Operationsverfahren infrage. Beispielsweise ist es möglich, den Teil der Leber zu entfernen, der am stärksten von Zysten durchsetzt ist. Man nennt dies Leberteilresektion. Man kann auch mehrere Zysten aufschneiden und den flüssigen Inhalt entfernen. Beide Verfahren können miteinander kombiniert werden. Es besteht jedoch immer die Gefahr, dass die Beschwerden auch nach der Operation langfristig wieder auftreten, weil weitere Zysten entstehen oder an Größe zunehmen. Linderung – jedoch nur kurzfristig – kann eine Punktion einzelner Zysten verschaffen.

Eine Lebertransplantation als letzter Ausweg ist nur in Einzelfällen nötig, wenn die Leber sehr stark von Zysten durchsetzt und die Leberfunktion dadurch eingeschränkt ist.

Zysten in der Leber auch aufgrund von ADPKD

Die polyzystische Lebererkrankung ist nicht die einzige Krankheit, bei der Zysten in der Leber auftreten. Auch bei der autosomal-dominant vererbbaren polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD) ist die Leber von Zysten durchsetzt. Diese Erkrankung ist sogar häufiger die Ursache für Zysten in der Leber als die PCLD.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Informationen der Uniklinik Freiburg zur Zystenleber: http://www.uniklinik-freiburg.de/leberchirurgie/modules/2pdf/create/leberchirurgie/live/zystenleber
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