Ursachen und Risikofaktoren: Wie kommt es zum plötzlichen Herzversagen?

Normalerweise schlägt das Herz 60 bis 80 Mal in der Minute. Die Impulse für den regelmäßigen Herzschlag kommen vom Sinusknoten, der herzeigenen Erregungszentrale. Fällt dieser aus, übernehmen andere Herzmuskelfasern seine Aufgabe. Die Ersatzimpulse werden aber nicht koordiniert, so dass sich der Herzmuskel nicht mehr als Ganzes, sondern immer nur teilweise, aber dafür 200-500 Mal pro Minute zusammenzieht. Das rasende Herz findet zwischen den Schlägen nicht mehr genug Zeit, sich ausreichend mit Blut zu füllen. In der Folge bricht der Kreislauf zusammen und die Organe werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Auch das Herz selbst ist vom Sauerstoffmangel betroffen und bleibt innerhalb kürzester Zeit stehen.

Mögliche Ursache: koronare Herzkrankheit

Herzerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit (KHK) können Herzrhythmusstörungen verursachen. So sind Kammerflattern- und flimmern die häufigsten Ursachen für ein plötzliches Herzversagen. Seltener verursacht ein zu langsam schlagendes Herz einen plötzlichen Herzstillstand. Eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) am Herzen wie bei der Koronaren Herzkrankheit ist oft die Ursache für einen Herzinfarkt. Menschen, die früher einmal einen Herzinfarkt hatten, haben ein höheres Risiko für ein plötzliches Herzversagen. Gefürchtet ist auch ein plötzlicher Herztod innerhalb der ersten 48 Stunden nach einem akuten Herzinfarkt.

Weitere Herzkrankheiten als Ursache

In wenigen Fällen liegen dem Herzversagen eine Herzmuskelentzündung oder ein Herzklappenfehler zugrunde. Selbst bei Personen, die vor dem Ereignis scheinbar völlig gesund waren, lässt sich das plötzliche Herzversagen meist auf eine der Ursachen zurückführen.

Weitere Risikofaktoren

Nicht jeder Herzkranke ist vom plötzlichen Herzversagen bedroht. Von Menschen mit einer Durchblutungsstörung am Herzen oder einer Herzschwäche sind besonders diejenigen gefährdet, bei denen weitere Risikofaktoren dazukommen. Dazu gehören: Wenn bei Ihnen eine Herzleistungsschwäche bekannt ist und Sie schon in Ruhe oder bei geringer Belastung Luftnot bekommen, sollten Sie die genannten Risikofaktoren unbedingt meiden. Das gilt natürlich auch für Menschen, bei denen bisher keine Herzkrankheit bekannt ist.
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: J.M. Hahn, Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart, 2006
  • Interview mit Siegfried Steiger, Gründer der Björn-Steiger-Stiftung
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)