Erste Hilfe beim plötzlichen Herzversagen: Sofort den Notarzt rufen!

Ob im Restaurant, in der U-Bahn, im Theater oder am heimischen Frühstückstisch – jeder von uns kann einmal in die Situation kommen, dass ein anderer Mensch wegen eines Herzversagens plötzlich neben ihm zusammenbricht. Dann ist rasches Handeln gefragt, denn jede Minute, in der kein Blut durch den Körper gepumpt wird, richtet in unserem Gehirn und in den Organen irreparable Schäden an. Um bleibende Behinderungen und Pflegebedürftigkeit zu verhindern, ist schnelle Erste Hilfe absolut notwendig.

Wählen Sie die 112

Rufen Sie sofort den Notarzt. Wählen Sie die 112. Verwenden Sie beim Notruf auf jeden Fall den Begriff „Herzstillstand", um die Dringlichkeit der Hilfe deutlich zu machen. Die wichtigsten Lebensfunktionen können auch Laien schnell und sicher überprüfen.

So überprüfen Sie lebenswichtige Funktionen

Eine Bewusstlosigkeit liegt vor, wenn der Betreffende nicht ansprechbar ist und auf Reize wie Kneifen nicht mehr reagiert. Den Herzschlag überprüft man am besten, indem man den Puls an der Halsschlagader fühlt oder das Ohr auf den Brustkorb legt. Wenn ein Herzschlag weder fühl- noch hörbar ist, hat das Herz mit seiner Arbeit ausgesetzt. Schauen Sie außerdem, ob sich der Brustkorb hebt und senkt: So können Sie beurteilen, ob die Atmung noch funktioniert.

Besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs

Haben Herz und Atmung ausgesetzt, müssen Sie unverzüglich mit der Wiederbelebung beginnen – allerdings erst, nachdem Sie oder eine andere Person den Notarzt gerufen haben. Mit Herzdruckmassage und Atemspende helfen Sie, die Blutzirkulation aufrechtzuerhalten. Am besten lernen Sie diese Techniken in einem Erste-Hilfe-Kurs. Wiederholen Sie den Kurs im Idealfall einmal im Jahr – besonders dann, wenn es in Ihrer Familie, in Ihrem Freundes- oder Kollegenkreis Menschen mit schwerer Herzkrankheit gibt.

Bei Kammerflimmern ist ein Defibrillator notwendig

Bei einem Herzstillstand durch Kammerflimmern ist es allerdings nicht möglich, den normalen Herzrhythmus allein durch eine Herzmassage wieder in Gang zu bringen. Diese dient dem Aufrechterhalten eines lebenserhaltenden Minimalkreislaufs. Nur ein Elektroschock durch einen Defibrillator hilft dem Herzen, seinen gewohnten Rhythmus wieder aufzunehmen. Inzwischen gibt es Defibrillatoren, die selbst Laien bedienen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.10.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: J.M. Hahn, Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart, 2006
  • Interview mit Siegfried Steiger, Gründer der Björn-Steiger-Stiftung
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