Pilzinfektion der Mundschleimhaut (Mucocutane Candidiasis, Kandidose, Soor)

Viele Erkrankungen der Mundschleimhaut werden durch den Hefepilz Candida albicans hervorgerufen. Er kommt bei allen gesunden Menschen im Mund in der normalen Mundflora vor.

Besteht allerdings eine verringerte Immunabwehr, ausgelöst etwa durch Medikamente (zum Beispiel Kortikoide), Infektionskrankheiten oder Unterernährung, besteht die Möglichkeit, dass die Pilze überhand nehmen und sich eine Pilzerkrankung (Mucocutane Candidiasis) entwickelt.

Symptome: oft keine Schmerzen

Diese Erkrankung ist oft nicht schmerzhaft und fällt durch einen weißlichen Belag an der Mundschleimhaut auf. Besonders betroffen von den Symptomen können die Bereiche unter einer Prothese sein. Stellen Sie solche Beläge bei Ihnen fest, sollten Sie umgehend einen Zahnarzt aufsuchen.

Die Infektion mit Candida albicans kann auch an den Mundwinkeln auftreten. Sie entsteht dort meistens bei Menschen mit tief hängenden Mundwinkeln aufgrund schlaffer Wangenmuskulatur oder abgenutzter Prothesenzähne. Durch das jahrelange Tragen der Zahnprothesen verschleißen die künstlichen Prothesenzähne (Kunststoff), sodass die Bisshöhe (vertikale Dimension) zu niedrig ist. Die Haut um die Mundwinkel legt sich dann in Falten. Die Mundwinkel sind durch den Speichel ständig feucht und bieten für den Pilz daher ideale Wachstumsbedingungen.

Behandlung der Pilzinfektion der Mundhöhle mit Antimykotika

Der Zahnarzt wird durch eine Korrektur der Prothesen in Kombination mit einer Salbe versuchen, dieses Beschwerdebild zur Ausheilung zu bringen. Neben einer zu niedrigen Bisshöhe können auch Mangelernährungserscheinungen (zum Beispiel Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen) zu hartnäckigen Entzündungen an der Mundschleimhaut und den Mundwinkeln führen.

Pilze in der Mundhöhle oder in den Mundwinkeln bedürfen einer Behandlung mit Antimykotika (Medikamente gegen Pilze). Die Erkrankung heilt ohne Narbenbildung aus. Damit die Bläschen nicht wieder auftreten, müssen Prothesen vom Zahnarzt überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.04.2013
  • Autor/in: Dr. med. dent. Ina Nitschke, Zahnärztin, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Universität Leipzig; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: J. Schmidseder: Gesunde und schöne Zähne, Südwest München, 2000
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