Bypass bei peripherer Arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) nur noch selten notwendig

Gravierende Gefäßverschlüsse in den Beinen lassen sich mit einer Bypass-Operation entfernen, einer Methode die oft auch am Herzen zur Anwendung kommt: Die verschlossene Arterie wird durch ein Venenstück ersetzt, das die Ärzte dem Bein entnehmen. Das klingt relativ simpel, doch der Eingriff ist belastend: Er findet unter Vollnarkose statt, die für Patienten, die ohnehin Herz-Kreislauf-Probleme haben, ein besonderes Risiko darstellt.

Gefäßzentren empfehlenswert

Vielfach lässt sich die Bypass-Operation heute durch eine Katheter-Behandlung mit Stent ersetzen, die sehr viel schonender ist. Es besteht bei der Therapie mit Katheter zwar ein – wenn auch sehr geringes – Risiko, dass der Patient auf das Kontrastmittel allergisch reagiert. Abgesehen davon ist die Katheter-Behandlung aber viel risikoärmer, weil der Patienten nur ein Beruhigungsmittel benötigt.

Katheter-Behandlung oder Bypass?

Für den Patienten lohnt es sich, ein Gefäßzentrum aufzusuchen: In diesen Kliniken arbeitet ein interdisziplinäres Team z. B. aus Chirurgen und Angiologen zusammen und entscheidet gemeinsam über die richtige Behandlung. Gefäßzentren gibt es unter anderem an der Universitätsklinik in Dresden und dem Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Eine Liste mit Adressen von Gefäßzentren findet sich auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Angiologie.
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) (2009)
  • Bernard Kolster, Gisela Ebelt-Paprotny, Leitfaden Physiotherapie, Urban
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