Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Hohes Risiko einer Amputation

Patienten mit Schaufensterkrankheit tun gut daran, schon im frühen Stadium das Rauchen aufzugeben. Denn die Amputationsrate ist bei Rauchern drei- bis zehnmal höher als bei Nichtrauchern.

Bei jedem vierten Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK), der das Stadium III oder IV erreicht, müssen die Ärzte das Bein amputieren. Damit steigt das Sterberisiko: Jeder Vierte stirbt innerhalb eines Jahres nach der Operation.

Schwierige Rehabilitation

Hinzu kommt, dass eine Amputation die Lebensqualität mindert: Die Prothesenanpassung ist aufwendig und zeitraubend, leicht kommt es am Stumpf durch die Prothese erneut zu Geschwüren und Nekrosen. Die Rehabilitation ist äußerst schwierig, weil Patienten mit ausgeprägter Arteriosklerose kaum belastbar sind. Nur 40 Prozent der Patienten mit Amputation erhalten volle Mobilität, viele sind auf den Rollstuhl angewiesen.

Nach einer Amputation wird der Stumpf zunächst gewickelt, um ihn für die Prothese zu formen. Anschließend passen die Physiotherapeuten oder die Sanitätsfachkraft Strümpfe an. Diese zieht der Patient über, wenn er die Prothese trägt. Ganz wichtig für Prothesenträger:
  • auf Druckstellen achten: Bei Rötungen oder gar kleinen Wunden muss er mit dem Tragen der Prothese pausieren und die Druckstelle sofort einem Arzt oder einer Krankenschwester zeigen.
  • Kniegelenksübungen bei einer Unterschenkel-Amputation: Die Patienten halten den Stumpf oft angewinkelt, was leicht zu einer Versteifung (Kontraktur) des Kniegelenks führt. Die Folge: Er kann mit der Prothese nicht mehr gerade stehen.
  • den Stumpf abends mit einer Fettsalbe pflegen: auf Präparate, die Alkohol enthalten, sollte der Patient verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.10.2012
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) (2009)
  • Bernard Kolster, Gisela Ebelt-Paprotny, Leitfaden Physiotherapie, Urban
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