Parasiten und durch Parasiten übertragene Krankheiten

Menschen können einer ganzen Reihe von Kleinstlebewesen als Nahrungsspender dienen. Die Schmarotzer leben je nach ihrer Gattung auf der Haut, bohren sich ins Gewebe oder nisten sich in Organen wie dem Darm ein.

Sie ernähren sich von Blut, Hautschüppchen, Gewebe oder Darminhalt. Deshalb bezeichnet man sie auch als Parasiten, nach den griechischen Wörtern para = bei, sowie sitos = ernähren, übersetzt also sinngemäß „Mitesser“. Den Organismus, von dem der Parasit lebt, bezeichnet man als Wirt.

Läuse begleiten den Menschen seit Jahrtausenden

Die meisten Parasiten des Menschen schaden ihrem Wirt wenig. Manche davon begleiten ihn wahrscheinlich schon seit sehr langer Zeit. So zeigt eine Studie1, dass bereits vor 170.000 Jahren Läuse den Menschen als Nahrungsspender benutzten. Allerdings gibt es daneben auch Schmarotzer, die nicht nur lästig sind, sondern Krankheiten übertragen und damit dem Menschen empfindlich schaden können.

Parasiten sind noch lange nicht ausgerottet

Allgemein gehen in unseren Breitengraden durch immer bessere Hygienebedingungen Parasiten zurück. Gänzlich verschwunden sind die Schmarotzer bei uns dadurch jedoch noch lange nicht. Manche werden auch beispielsweise durch Fernreisen wieder eingeschleppt. Denn in den Tropen oder Ländern mit teilweise gering ausgeprägten Hygienestandards gibt es eine Vielzahl von Parasiten.

Die häufigsten Parasiten und mögliche Krankheiten

Läuse: Kopflaus, Kleiderlaus und Filzlaus

Es gibt verschiedene Arten von Läusen. Die für den Menschen wichtigsten sind Kopf-, Kleider- und Filzlaus. Vor allem bei Kopfläusen gibt es immer wieder größer Ausbrüche in Kindergärten und Schulen. Die Parasiten sind in Gemeinschaftseinrichtungen meldepflichtig. Läuse verbreiten sich bei engem Kontakt rasch von Mensch zu Mensch. Um sich fortpflanzen zu können, saugen sie Blut vom Menschen. Das Robert Koch Institut empfiehlt einen Behandlungsplan, der sich über 17 Tage erstreckt. Denn Läuse sind hartnäckig. Sie lassen sich nicht von Wasser und Seife vertreiben. Ölhaltige Medizin-Produkte, aber auch Wirkstoffe wie Permethrin und Allethrin haben sich gegen Läuse bewährt.

Flöhe: Ein Flohstich kann sich stark entzünden

Meistens jucken die Stiche der winzigen Blutsauger nur. Manchmal bildet sich nach einem Flohstich jedoch eine bakterielle Infektionen und Antibiotika sind nötig. Allerdings sind Flohstiche in Mitteleuropa meist eher harmlos. Früher und heute noch in den Tropen können Flöhe jedoch gefährliche Krankheiten übertragen, etwa Fleckfieber und Tularämie (Hasenpest, eine Nagerkrankheit, die in seltenen Fällen auch den Menschen infizieren kann).

Krätze: Milben graben sich unter die Haut

Krätze, auch Skabies genannt, wird durch Milben hervorgerufen. Sie graben sich in die oberen Hautschichten ein und legen dort ihre Eier sowie Kot ab. Das ruft Juckreiz hervor und Papeln binden sich. Die Milben bevorzugen feuchte und dünne Hautregionen, also beispielsweise zwischen den Fingern und im Genitalbereich. Bei Körperkontakt wandern die Milben von Mensch zu Mensch und damit auch die Krätze. Vor allem in Entwicklungsländern ist Skabies häufig. Aber auch bei uns tritt Krätze schubweise vor allem in Gemeinschaftsunterkünften, Alten- und Pflegeheimen auf.

Bettwanzen: Die Parasiten schlagen nachts zu

Die Blutsauger sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen, sind bis zu sechs Millimeter groß und nach ihrer Blutmahlzeit sogar noch ein Drittel größer. Bettwanzen sind lichtscheu, hausen tagsüber in dunklen Ritzen, etwa im Bettgestell und schlagen nachts zu. Wanzenstiche haben ganz unterschiedliche Folgen. Manchen Menschen merken davon so gut wie nichts, bei anderen bilden sich stark juckende Quaddeln und manche entwickeln eine stärkere allergische Reaktion. Um Bettwanzen wieder loszuwerden, muss ein Kammerjäger beauftragt werden.

Wurmerkrankungen

Es gibt verschiedene Wurmarten, die auch den Menschen befallen können. In Europa handelt es sich dabei meist um Madenwürmer, Spülwürmer oder Bandwürmer. Sie gelangen zum Beispiel über mit Eiern verunreinigte Lebensmittel in den Verdauungstrakt. Bei einem Befall mit Madenwürmern treten als Beschwerden meist lediglich ein Jucken am Po und dadurch verursachte Müdigkeit auf. Bei Spul- und Bandwürmern sind die Symptome ausgeprägter: So kann es zum Beispiel zu Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit beziehungsweise Heißhungerattacken, Übelkeit, Atembeschwerden, Fieber und Kopfschmerzen kommen. Auch schwerere Verläufe mit Darmverschluss (bei Spülwürmern) oder Leberversagen (bei Hunde- und Fuchsbandwürmern) sind möglich.

In den Tropen können durch Insektenstiche auch Fadenwürmer (medizinisch Filarien) in den menschlichen Körper gelangen. Sie setzen sich unter der Haut, im Bindegewebe, im Darm oder in Blut- und Lymphgefäßen fest. Je nach Art des Wurms entstehen auch hier unterschiedliche Krankheitsbilder: etwa die Flußblindheit oder extreme Gliederschwellungen (Elefantiasis).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.06.2012
  • Autor/in: Monika Preuk M. A., Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauer, Ärztin
  • Quellen: Melissa A. Toups, Andrew Kitchen, Jessica E. Light, David L. Reed: Origin of Clothing Lice Indicates Early Clothing Use by Anatomically Modern Humans in Africa, Oxford University Press on behalf of the Society for Molecular Biology and Evolution, 2010
  • Robert Koch Institut, Informationsmaterial über Infektionskrankheiten: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/InfAZ_marginal_node.html;jsessionid=A3C95E9E3B942FE486A156FC721AA685.2_cid234
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