Diäten: Wenn außer Fett auch Knochen schmelzen

Der Schlankheitswahn greift immer weiter um sich: Eine Umfrage unter rund 1.300 11- bis 17-Jährigen in deutschen Privathaushalten ergab Anfang 2009: 16 Prozent der elfjährigen Mädchen haben schon mindestens eine Diät gemacht. Bei den 14-jährigen sind es schon 42 Prozent und im Alter von 17 Jahren hat bereits die Hälfte aller Mädchen versucht abzunehmen, indem sie weniger essen. Auch jeder zehnte Junge hat schon Erfahrungen mit Diäten.

Dabei ist gerade in der Wachstumsphase eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalorien sehr wichtig. Auch erwachsene Frauen sollten auf eine angemessene Ernährung achten – denn ungesunde Diäten können den Knochenabbau beschleunigen. Die häufig einseitige Ernährung bei Diäten und der generelle Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bremsen den Knochenaufbau. So sind Käse und andere fette Milchprodukte bei vielen Diäten tabu. Doch gerade Milcherzeugnisse zählen zu den wichtigsten Kalziumlieferanten.

Auch der generelle Verzicht auf Fett wirkt dem Knochenaufbau entgegen. Der Grund: Um Kalzium in den Knochen einlagern zu können, benötigt der Körper Vitamin D. Da Vitamin D fettlöslich ist, kann es der Körper ohne Fett nicht verwerten.

Auch der übermäßige Verzehr von Vollkornprodukten und Weizenkleie wirkt sich ungünstig auf den Knochenaufbau auf. Denn sie enthalten viel Phytin, das Kalzium bindet. So kann der Körper das Kalzium nicht mehr verwerten. Allerdings wird das schädliche Phytin bei der Herstellung von Brot-Sauerteig (Fermentierung) zerstört. Grundsätzlich können Sie also die sehr gesunden Vollkorn-Backwaren aus fermentiertem Sauerteig sorglos genießen.

Generell gilt: Eine ausreichende Kalorienzufuhr ist für gesunde Knochen unerlässlich. Schlankheitsdiäten reduzieren die tägliche Kalorienaufnahme und können so den Knochen schaden. Körpergewicht heißt ja nicht nur Fettmasse, sondern auch Muskelmasse und Muskeln sind wichtig für starke Knochen. Frauen mittleren Alters sollten in der Regel etwa 1.250 Kilokalorien zuführen, Männer etwa 1.500. Dabei gilt es zu beachten: Regelmäßiger Sport erhöht den Kalorienverbrauch und damit auch den Kalorienbedarf.

Untergewicht lässt Knochen brechen

Untergewicht erhöht das Risiko für Knochenschwund. Vor allem magersüchtige Mädchen erkranken in späteren Jahren häufig an Osteoporose.Auch ältere Frauen nach der Menopause sollten auf ein gesundes Körpergewicht achten.

Wer bereits an Osteoporose erkrankt ist, steigert durch ein zu geringes Körpergewicht sein Risiko für Knochenbrüche. Eine Abnahme von fünf Kilogramm Körpergewicht bedeutet eine Verdopplung des Bruchrisikos. Man sollte also sein Körpergewicht normalisieren, denn Körpergewicht heißt nicht nur Fettmasse, sondern auch Muskelmasse – und die ist wichtig für den Knochen.

Generell stärkt Sport die Knochen, hebt aber auch den täglichen Kalorienbedarf an. Vor allem Ausdauersportler sollten darauf achten, genug Kalorien zu sich zu nehmen. Ausgiebiges Training in Verbindung mit Diät ist Gift für die Knochen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.01.2015
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; Beatrix Deiss, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: 1 Bravo Dr. Sommer Studie 2009, Bauer Media Group
  • 2 Hannover Bjarnason, Nina; Christiansen, Claus: The influence of thinness and smoking on bone loss and response to hormone replacement therapy in early postmeopausal women. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2000, Jg. 85, Nr. 2., S. 590-596
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