Osteoporose: Ursachen und Risikofaktoren

Da der Knochenstoffwechsel im Laufe des Lebens abnimmt, ist eine gewisse Abnahme der Knochensubstanz ganz normal. Bei manchen Menschen kommt es aber zu einer stärkeren Abnahme, es entwickelt sich eine Osteoporose. Gelegentlich lassen sich keine Ursachen finden. Eine Osteoporose ohne erkennbare Ursache kann in jedem Lebensalter auftreten. Meistens lässt sich aber eine Ursache für den Knochenschwund – beispielsweise entzündliche Erkrankungen des Darms – finden.

Diese Krankheiten können Ursache für eine Osteoporose sein:

  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel vermehrte Bildung von Kortisol, Parathormon oder Schilddrüsenhormonen)
  • Hormonmangel (zum Beispiel von Östrogen)
  • entzündliche Erkrankungen (zum Beispiel des Darms – etwa Morbus Crohn), bösartige Erkrankungen (zum Beispiel Plasmozytom)
  • verminderte Aufnahme von Kalzium und Vitamin D aus dem Darm
  • verminderte Vitamin-D-Bildung in den Nieren

Osteoporose durch Bewegungsmangel

Auch Bettruhe und Bewegungsmangel (Immobilisation) können eine Osteoporose hervorrufen. Bewegung ist wesentlich für gesunde Knochen, denn sie regt den Knochenstoffwechsel an. Gerade bei Kindern führt Bewegungsmangel dazu, dass sich keine ausreichende Knochendichte entwickeln kann. Ganz wichtig: Es ist nie zu spät, um mit körperlicher Bewegung zu beginnen. Das gilt auch für Frauen und Männer, die bereits von Osteoporose betroffen sind. Für sie können spezielle Bewegungsübungen besonders hilfreich sein.

Ernährung und Hormone sind von Bedeutung bei der Entstehung von Osteoporose

Ebenso kann eine mangelhafte Ernährung Ursache für eine Osteoporose sein. Bei Jugendlichen mit Magersucht beispielsweise nimmt die Knochendichte ab, da sie zu wenig Kalzium mit der Nahrung aufnehmen. Auch die Grundbausteine für die Herstellung der Hormone, die am Knochenstoffwechsel beteiligt sind, werden dann nicht ausreichend aufgenommen. Zudem hemmt eine unzureichende Kalorienzufuhr auch den Aufbau der für die Bewegung benötigte Muskelmasse. Nach erfolgreicher Behandlung der Magersucht erholt sich die Knochendichte oft nicht mehr. Sie bleibt vermindert.

Bei Magersüchtigen ist die Wahrscheinlichkeit, später eine schwere Osteoporose zu entwickeln, stark erhöht. Die geringere Östrogenproduktion nach den Wechseljahren kann ebenfalls eine Osteoporose begünstigen. Zudem können bestimmte Medikamente und möglicherweise auch genetische Faktoren zu einer Osteoporose beitragen.

Da es andere Knochenkrankheiten gibt, die mit einem Knochenschwund einhergehen, müssen diese ausgeschlossen werden, bevor eine Therapie eingeleitet wird.

Risikofaktoren für die Osteoporose

Es gibt viele Faktoren, die die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen, sie aber nicht zwangsläufig hervorrufen müssen.
  • höheres Alter
  • weibliches Geschlecht
  • bekannte Osteoporose in der Familie
  • Untergewicht
  • Bewegungsmangel oder Immobilisation
  • kalziumarme Ernährung
  • phosphatreiche Ernährung (zum Beispiel Cola-Getränke)
  • geringe Sonnenbestrahlung
  • blonde, weißhäutige Typen
  • bei Frauen: späte erste Regelblutung und/oder frühe Wechseljahre (oder Entfernung der Eierstöcke), das heißt kurze Östrogenexpositionszeit
  • bei Männern: geringe Produktion von Testosteron (Hypogonadismus)
  • Langzeittherapie mit Immunsuppressiva (zum Beispiel Kortikoide, Ciclosporin) wie sie zum Beispiel nach einer Organtransplantation notwendig ist, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird.
Auch Alkoholkonsum, Nikotinabusus und die Therapie mit bestimmten Medikamenten, zum Beispiel Heparin oder Marcumar, können zur Entwicklung einer Osteoporose beitragen.

Das Risiko, bei bestehender Osteoporose einen Knochenbruch zu erleiden, ist erhöht für Frauen und Männer
  • die bei geringfügigem Anlass bereits einen Bruch erlitten haben,
  • mit erhöhtem Sturzrisiko,
  • die Schlafmittel einnehmen und/oder
  • mit Herz-/Kreislaufstörungen.


Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.01.2015
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient - Problemorientierte Diagnostik und Therapie, Urban
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