Osteoporose: Medikamente können die Knochendichte erhöhen

Bei Patienten, die bereits eine Osteoporose entwickelt haben, reichen allgemeine Maßnahmen wie eine gesunde Ernährung und Bewegung meistens nicht aus. Sie brauchen außerdem einige Medikamente für Knochen.

Es stehen mehrere Medikamente zur Therapie der Osteoporose zur Verfügung:
  • Kalzium und Vitamin D in Tablettenform:
    Kalzium wird für den Knochenaufbau benötigt und Vitamin D verbessert die Kalziumaufnahme aus dem Darm und den Einbau von Kalzium in den Knochen. Beide führen zu einer besseren Knochendichte und so zu einer Abnahme der Knochenbrüche.
  • Bisphosphonate:
    Diese Medikamente binden an die Knochenoberfläche – besonders an Stellen, an denen der Knochenabbau stark ist – und blockieren die Osteoklasten, die zum Knochenabbau führen. So wird der durch die Osteoporose bedingte Knochenabbau gebremst und die Bilanz von Abbau und Aufbau wird positiv, das heißt die Knochenmasse wird langsam erhöht. Dies führt zu einer stärkeren Belastbarkeit des Knochens.
  • Strontiumranelat:
    Strontium ist ein Spurenelement, das dem Kalzium ähnelt. Es hat ähnliche Wirkungen am Knochen wie Kalzium, steigert den Knochenaufbau und hemmt den Knochenabbau. Strontiumranelat sollte abends vor dem Schlafen getrennt von den anderen Osteoporose-Medikamenten eingenommen werden, da Kalzium und Vitamin D die Aufnahme des Medikaments hemmen.
  • Raloxifen (Selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator, SERM):
    beeinflusst östrogenabhängige Vorgänge und erhöht so die Knochendichte.
  • Kalzitonin und Fluorid:
    Diese Medikamente werden meistens nur noch verordnet, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber den anderen Medikamenten besteht.
  • Teriparatid und Parathyroidhormon
    Diese Medikamente entsprechen dem Parathormon, das der Körper auch selbst herstellt und das dem Knochenaufbau dient. Sie liegen als Injektionslösung vor und sollten maximal 24 Monate verabreicht werden.
  • Hormonersatztherapie (HET) bei Frauen:
    Es gibt Hinweise, dass eine langfristige Hormonersatztherapie einen günstigen Effekt auf die Knochen hat. Über eine Hormonersatztherapie sollten der Hausarzt und der Frauenarzt gemeinsam mit der betroffenen Frau unter Abwägung aller Vorteile und Risiken entscheiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.01.2015
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient - Problemorientierte Diagnostik und Therapie, Urban
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